Ereignisreiche erste Woche

(Über-)Leben in Guwahati

Wir haben mittlerweile recht gut gelernt in Guwahati zu leben. Die Stadt an sich ist ein gigantisches Gewirr aus Menschen, Straßenhändlern, Marktständen Rikschas, Bussen, Autos und Tieren wie Kühen, Schweinen, Ziegen, Pferden und vereinzelt auch Elefanten. Und mitten drin befinden wir uns. Sich in Guwahati zu orientieren mag eine Kunst für sich sein. Einzelne Stellen und Kreuzungen kann man sich jedoch schon merken, was eine große Hilfe darstellt wenn man am richtigen Ort aus Bus, Tracker oder Autorikscha aussteigen möchte. Im Bus ist es immer kuschelig und im Gang muss man beim Stehen den Kopf einziehen, wenn man über 1,80m groß ist. Auch beim Tracker fahren sind 16 Leute in einem Jeep durchaus normal. Sich mit indischen Verkehrsmitteln fortzubewegen ist also immer amüsant! Auch zu Fuß haben wir schon ein paar schöne Ecken erkundet, wie zum Beispiel “Fancy Bazar”, eine Art Markt- und Shopping-Viertel. Hier kann man von Klamotten, Lebensmitteln über Schuhe und Stoffe alles kaufen, was man braucht. Es gibt sogar Leute, die einem gegen Geld die Ohren putzen. Bei Regen bekommt man mit Pech auch eine Gratis-Dusche von einem der Standdächer… Felicitas ist schon in diesen Genuss gekommen.

Besuch bei First Convocation of Assam Don Bosco University

Vor ein paar Tagen hatten wir zudem die Möglichkeit bei der feierlichen Entlassung des ersten Abschlussjahrgangs der Assam Don Bosco University dabei zu sein. Wir hörten einige Reden von Politikern und anderen Personen und haben die Absolventen getroffen. Anschließend gab es noch einen kleinen Imbiss.

Singing Competition in Paltan Bazar

Am vergangenen Mittwoch ist Martin (mit Silke von Accenture) zu uns gestoßen. An diesem Abend wurde in Paltan Bazar die neue Sound-Anlage mit einer Singing Competition angeweiht. Es traten einige Gruppen aus den verschiedenen aus den Snehalaya-Heimen gegen einander an. Es war ein sehr bunter Abend, an dem alle Kinder sichtlich ihren Spaß hatten.

Bootstour auf dem Brahmaputra

Am Sonntag folgte dann ein weiteres Highlight: Für alle Kinder, Betreuer und Freiwilligen stand ein “River Cruise” auf dem Brahmaputra auf dem Programm. An Deck wurde getanzt, gesungen und gespielt. Es gab Torte und Getränke. Leider fiel die Fahrt auf Grund von Hochwasser etwas kleiner aus…

Auch die Projekte in den Heimen starteten

Benedikt und ich haben gestern in Dhirenpara angefangen Fußball- und Karatetrainig zu geben. Es hat mir sehr viel Freude bereitet mit den Kindern Doppelpass und Dribbling zu trainieren. Die Kinder sind dabei richtig aufgeblüht. Die Sprachbarriere war “spielend” leicht überwunden. Beim Karatetraining mit Benedikt haben sich Kinder weiter verausgabt und wollten gar nicht aufhören. Mit lauten “Thank you, Thank you”-Rufen wurden wir in Dhirenpara verabschiedet. Wir können es kaum erwarten weiter mit den Kinder zu arbeiten…

Erste Tage in Guwahati

Ankunft

Vier Tage ist es nun her, dass wir uns am Frankfurter Flughafen von unseren Familien und Freunden verabschiedet haben und ins Flugzeug in Richtung Guwahati gestiegen sind. Wir, das sind Matthias Geiger, Karen Stock, Teresa Fachinger, Lea Treeter, Felicitas Muth, Felix Andelfinger und ich (Benedikt Hemmer).
Nach 2-maligem Umsteigen in München und Delhi, wo Astrid Kühne von Accenture unsere Gruppe vervollständigte, trafen wir am Mittag des 16.9. in Guwahati ein.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Heim Ila wurden wir auf 3 Heime verteilt, in denen wir von nun an, für unsere Zeit in Guwahati leben werden. Lea und Felicitas blieben in Ila, Karen, Teresa und Astrid setzten wir in Jyoti ab und fuhren selbst weiter nach Paltan Bazar, wo Matthias, Felix und ich leben sollten.

Erste Eindrücke

Allein an diesem ersten Tag wurden wir mit Eindrücke überflutet: Heißes feuchtes Klima, lauter und chaotischer Verkehr, bunte Farben, Häuser aus Wellblech und Planen, Unmengen an Müll und Dreckwasser, frei lebende Tiere, laute Musik und sich rasant abwechselnde Gerüche (Abwasser, Müll, Blumen, Gewürze und Speisen).

Die Einführungstage

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir damit, die Arbeit vor Ort genauer kennenzulernen.
Die Organisation Snehalaya unterhält in Guwahati 5 Heime:

  • Dhirenpara (Jungen)
  • Jyoti (Mädchen & kleine Jungen)
  • Ila (Mädchen & kleine Jungen)
  • Auxilium (Mädchen & kleine Jungen)
  • Paltan Bazar (ältere Jungen, sowie “Drop-in-center” für neu von der Straße geholte Kinder)

Dazu kommen Day-Care-Center, in denen Kinder betreut werden, deren Eltern diese sonst alleine zu Hause lassen müssten.

Die zu Grunde liegende Idee besteht darin, die körperliche und seelische Verwundbarkeit der Kinder zu verringern, betont Rajiv immer wieder. Dazu werden die meisten Kinder am Bahnhof aufgesammelt. Dort kommen sie einsam und schutzlos aus allen Richtungen an.
Sie kommen zunächst ins Heim Paltan Bazar, es wird versucht ihre Familie ausfindig zu machen und wenn dies nicht gelingt und sie nicht wieder fortlaufen, kommen sie in eines der anderen Heime.

Natürlich sprachen wir nicht nur darüber, sondern besuchten die Orte auch gleich:
Den Bahnhof mit den direkt an den Gleisen errichteten “Unterkünften” aus Planen, Blech und anderem Müll, ein Day-Care-Center mit ruhig schlafenden, spielenden und fröhlichen Kindern und natürlich die Heime. In den Einrichtungen, in die wir kamen, freuten sich die Kinder riesig über uns. Umso mehr, je mehr wir mit ihnen spielten. Gute Aussichten auf die Zukunft also…

Aufbruch

Kurzmitteilung

                                                                            Begleitet vom alten Hasen Matthias Geiger  – 8 Monate in Nordostindien im letzten Jahr – nimmt das Team Abschied von Frankfurt und freut sich auf den Einsatz viele Tausend Kilometer östlich.

Los geht’s !

Sehr geehrter Leser,

Endlich ist es soweit! – Wir fliegen nach Guwahati …

Dort  werden wir uns in den  kommenden 4-6 Monate jeweils in 2er-Gruppen (Karen und Teresa, Felicitas und Lea, Benedikt und Felix ab Januar) in Kinderheimen in Guwahati  darum bemühen, „dass der Alltag für die Kinder dort schöner wird“, wie es Karen jüngst in einem Zeitungsinterview ausgedrückte.

Aber das ganze jetzt nochmal von vorne:

Wir 6 Abiturienten haben uns überlegt nach dem Abitur nicht direkt mit dem Studium anzufangen, sondern uns zunächst einige Zeit sozial im Ausland zu engagieren. Die Stiftung Childaid Network aus Königstein, die Entwicklungshilfe in Nordostindien betreibt, erschien uns dabei eine unterstützenswerte Organisation für einen Auslandseinsatz zu sein.

Vorbereitung auf unseren Einsatz in Guwahati, Assam, Indien:

Angefangen hat unsere Vorbereitung mit einem Seminar im Juni,  in dem wir die Kultur, Sprache, Religion und Sitten Indiens kennengelernt haben. Es wurde intensiv über Land, Leute und Gegebenheiten vor Ort geredet und diskutiert. Von ehemaligen Freiwilligen, die letztes Jahr mit Childaid Network in Indien waren, bekamen wir außerdem Tipps zu Verhaltensweisen, Essen und Trinken aber auch dazu, was es in Sachen Hygiene und Gesundheit zu beachten gilt. Von Childaid Network bekam jeder einen schriftlichen Leitfaden, der ebenfalls auf den Einsatz in Nordostindien vorbereiten soll.

In der darauf folgenden Zeit planten wir unsere Projekte, die wir dann in den Kinderheimen in Guwahati mit den Kindern durchführen wollen. Jeder von uns hat sicherlich seine eigenen Vorstellungen und Visionen, wie er die Betreuung und Projekte mit dem Heimkindern vor Ort angehen möchte. Doch eines gehört bei jedem dazu, Zirkuskunststücke und Akrobatik.

Deshalb haben wir am vergangenen Wochenende ein Zirkustraining im Zirkus Waldoni in Darmstadt (siehe Bild) absolviert, bei dem uns Felix K. (der letztes Jahr in Guwahati war) und Svenja H. das Jonglieren, Einradfahren, Diabolo, Trapezübungen und andere Akrobatik-Kunststücke – zumindest teilweise – beigebracht haben, damit wir diese mit den Heimkindern üben können und hoffentlich am Ende eine ganze Vorstellung auf die Beine stellen können. Zirkuskunststücke machen nicht nur uns Freiwilligen Spaß, sondern ganz besonders auch unseren Heimkindern im Projektgebiet. Durch die Zirkuskunststücke wird zudem auch „das Talent und Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt“, verdeutlicht Dr. Martin Kasper, Gründer und ehrenamtlicher Vorstand von Childaid Network. Mehr dazu hier.

Abgerundet wurde unsere Vorbereitung mit einem sehr emotionalen Entsendegottesdienst in Königstein am Tag nach dem Zirkustraining. Wir haben dort von unseren Plänen berichtet und den Gottesdienst aktiv mitgestaltet. Die Unterstützung der Gemeinde haben wir, und Gottes Segen wird uns hoffentlich auch ein Stück weit stärken bei unserem Einsatz in Guwahati.

Voller Selbstvertrauen, Mut und Tatendrang stürzen wir uns nun in das Abenteuer Nordostindien. Wir sind gut vorbereitet, aber natürlich schwingt eine latente Nervosität und auch ein bisschen Angst immer mit. Doch wir müssen und werden es eben „einfach machen“, wie uns Felix K. beim Zirkustraining mit auf den Weg gibt.

In diesem Blog finden Sie ab sofort Neuigkeiten und Wissenswertes  von unseren Projekten!