Holi

Gruppenbild HoliDie letzten beiden Tage waren zwei besondere Tage für uns. Hier in Indien wurde Holi gefeiert.

Bei diesem hinduistischen Fest wird entweder der Sieg über einen bösen Gott oder der Frühlingsanfang gefeiert (je nach Interpretation vielleicht auch beides gleichzeitig).
Was gefeiert wird scheint auch nicht für alle Leute immer das Wichtigste zu sein. Wichtig ist, dass Holi das Fest der Farben ist. Die Menschen schmieren sich gegenseitig Farbpulver in allen Farben des Regenbogens ins Gesicht. Ein wirklich lustiger Brauch.

Selbstverständlich bleiben auch die Bewohner des Snehalaya Dhirenpara nicht unberührt von diesem zweitägigen Fest. Am Nachmittag des ersten Tags sind wir mit einigen Jungs auf die Straße gegangen und sind prompt von anderen Leuten angeschmiert worden. Wir haben Farbe bei einem der Straßenständen gekauft und sehr bald entbrannte eine Art Schneeballschlacht mit Farbe. Weniger mit werfen, mehr mit einseifen. Alle haben sich köstlich amüsiert und waren am Ende sehr bunt.
Anschließend wurde im Innenhof noch getanzt und nacheinander bekam jeder einen Eimer Wasser ab. Das gründliche Waschen am Ende wurde dadurch aber niemandem erspart.

Am zweiten Tag hat Father Augustine nocheinmal Farbe gekauft. Die wilde Farbschlacht fand diesmal direkt im Innenhof statt. Und auch direkt mit viel Wasser, größtenteils mit eingefärbtem. Am Ende standen im Innehof viele Pfützen aus buntem Wasser.

Ein wirklich großartiges Fest und Brauch. Vor allem die Kinder haben eine Menge Spaß daran.

Fussball ohne Ende

11 Spielszene IEin weiteres Projekt, das Benedikt und ich uns eigentlich schon ganz am Anfang vorgenommen haben, konnten wir jetzt endlich durchführen – die Mini-Tore fürs Fußballtraining. Wir sind dafür eines Morgens mit einer Skizze in ein Geschäft in der Nähe vom Dhirenpara gegangen und haben die 0,9×1,2m großen Tore aus Metall in Auftrag gegeben. Eigentlich hätte ich erwartet, dass es mindestens eine Woche dauern würde, bis die Tore fertig sind. Doch nachdem wir mittags nochmal einen Konstruktionsfehler bemängelt hatten (sieht lustig aus auf dem ersten Bild) waren die Tore, zu meiner Verwunderung, doch tatsächlich abends schon fertig.

Am nächsten Tag war die Freude groß darüber und von da an waren die Tore auch regelmäßig beim Fußball spielen in Benutzung. Da wir inzwischen auch Hütchen und mitlerweile auch Leibchen fürs Fußballtraining gekauft haben, können wir jetzt mit den neuen Toren professionelles Fußballtraining machen. Wir machen jetzt fast jeden zweiten Tag Fußballtraining mit verschiedenen Schwerpunkten.

In der ersten Trainingseinheit mit den neuen Toren haben vor allem Zweikämpfe, Passgenauigkeit, Ballannahme und Torabschluss  trainiert, also eigentlich alles was man so können muss, wenn man mal beim FC Barcelona spielen möchte (Bild). Die Jungs waren sehr engagiert und begeistert bei der Sache. Es machen auch ab und an Kinder mit, die sonst eigentlich bisher kein Interesse an Fußball gezeigt haben. Das macht uns glücklich und ist ein großer Fortschritt für die Jungs hier!

Am vergangenen Wochenende haben wir dann auch Fußballturnier veranstaltet, wo sich die Jungs mal unter Wettkampfbedingungen duellieren konnten. Bisher hatten wir nur Trainingsspiele gemacht.

Benedikt war Koordinator und Fotograf, ich war Schiedsrichter und Preisverleiher.

Am Turnier haben gut die Hälfte der Kinder teilgenommen. Wir haben sie vorab in 3er-Teams eingeteilt, um halbwegs faire Teams zu haben. In der Gruppenphase wurden 2 Halbzeiten à 3 Minuten gespielt. Auch die Leibchen kamen jetzt endlich mal so richtig zum Einsatz. In den Spielen ging es hoch her. Der Ehrgeiz und Siegeswillen war bei allen groß, sodass die Spiele sehr eng und unterhaltsam waren. Ab und zu ist der Ball mal über den Zaun geflogen oder es liefen Leute durch Spielfeld. Aber im Großen und Ganzen lief es doch sehr gut ab.

Ab dem Halbfinale haben wir dann die Spieldauer auf 10 Minuten verlängert. Die Halbfinals waren sehr eindeutig vom Ergebnis her. Das Spiel um Platz 3 hingegen so ausgeglichen, dass es im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Die Elfmeter werden hier so ausgeführt, dass man von der Mittellinie ins leere Mini-Tor treffen muss. Nur einer von sechs Schützen, ich glaube  Kishan war es, hat getroffen und damit Team 5 den 3. Platz beschert.

In einem spannenden Finale mit wenigen Torchancen hat Team 3 (Bimal, Sankar und Sumon) gegen Team 4 (Bijoy, Rahul, Milan) mit 1:0 gewonnen, obwohl sie in der Gruppenphase noch gegen Team 4 verloren hatten. Es war trotzdem ein verdienter Finalsieg.

Für das Gewinner Team gab es Fußballtrikots als Preis. Sie haben sich sehr gefreut! Team 4 und Team 5 haben Süßigkeiten geschenkt bekommen und sind glaub ich mitlerweile nicht mehr traurig über ihre Niederlagen.

TT-Turnier

07 Siegerehrung HochhaltenNach fast 10 Wochen mehr oder weniger regelmäßigem Tischtennis-Training habe ich gestern ein Tischtennisturnier hier im Dhirenpara veranstaltet. Mehr als die Hälfte der Kinder, also 25, haben mit gemacht. Mit so einer hohen Beteiligung hätte ich nicht gerechnet. Kurz um, es gab zwei Disziplinien, in denen die Kinder gegeneinander antreten konnten:

Einzelwettbewerb und Zähltisch:

Ich habe die Jungs in 4 etwa gleichstarke Gruppen eingeteilt. Jeder hat gegen jeden gespielt. Und am Ende kamen dann die beiden besten jeder Gruppe ins Viertelfinale. Auch wenn im Prinzip schon vorher klar war, dass die Größeren weiterkommen würden, finde ich es beeindruckend, dass sich auch so viele Jüngere überhaupt getraut haben mitzumachen und ihr bestes zu geben. Schon in der Gruppenphase sind eine schöne Ballwechsel dabei gewesen. Diejenigen, die gerade nicht gespielt haben, haben fleißig angefeuert und für gute Stimmung gesorgt.

Ich habe die Punkte mit einem, aus Ringordner und Zeichenpapier selbstgebauten Zähltisch, gezählt. Die kleinen Jungs, die schon recht früh ausgeschieden sind, haben mir dabei geholfen.

Jedenfalls ist das Spielniveau im Viertel- und Halbfinale noch mal deutlich angestiegen. Es waren schon anspruchsvolle Aufschläge und einige gute Topspins dabei. Der Trainingseffekt war unverkennbar. Es waren wirklich gute Duelle und der Spaß stand im Vordergrund. Das ist das Wichtigste.

In einem spannenden Finale hat sich schließlich Bijoy (FC Barcelona – Trikot auf den Bildern) knapp gegen Joseph durchgesetzt. Joseph hat das Trikot vom SV Darmstadt 98 gewonnen. Die Lilien sind jetzt also auch in Guwahati vertreten :D

Auch im Spiel um Platz 3 ging es noch hoch her. Dritter bzw. vierter Platz gingen letztlich an Kishan und Amar.

Hochhalten:

Um auch den anderen Jungs noch die Chance zu geben eine Schlägertasche, ein Trikot oder einen Mini-Schläger zu gewinnen, habe ich noch eine zweite Disziplin, Ball hochhalten, ausgetragen. Um den Schwierigkeitsgrad und den Spaß zu erhöhen, musste jeder mit seiner linken Hand hochhalten. Einige waren da wirklich äußerst begabt und haben eine gefühlte Ewigkeit hochgehalten.

Der Sieg ging hochverdient an Raju mit 744 Berührungen. Da er die letzten 2 Monate, wegen seinem gebrochenen rechten Arm, sowieso nur mit links gespielt hat, war das für ihn fast ein Selbstläufer. Die übrigen fünf Plätze belegten Bijoy, Michael, Amar, Samraj und Deepok (Bilder). 178 Berührungen für den 6. Platz sind auch wirklich respektabel.

Herzlichen Glückwunsch an alle und nochmals vielen Dank an alle, die die Preise gespendet haben!

Das Turnier ist absolut sportlich fair und spannend gewesen. Ich bin sehr zufrieden und glücklich, auch die restlichen  Tischtennissachen an den Mann gebracht zu haben. Die Jungs hatten Spaß beim Turnier und haben sich sehr über die Preise gefreut…

 







 

Malwettbewerb

MalwettbewerbIm Januar wurden wir von Herr Bayer in Guwahati besucht. Er ist Journalist und gestaltet das Primax Kindermagazin. Im April wird dort ein Artikel über die Straßenkinder in Guwahati, die Snehalaya-Heime und uns Volunteers erscheinen. Anlässlich dieses Artikel wird auch ein Malwettbewerb stattfinden. Kinder aus Deutschland, die das Primax-Magazin lesen, sollen dazu Bilder an die Redaktion schicken.

Passend dazu haben wir hier gemeinsam mit Sandra Hörbelt und Sybille Bach ebenfalls einen Malwettbewerb durchgeführt. Dieser fand in den Heimen Dhirenpara, Beltola, Ila und Auxilium statt. Die Bilder werden von Sandra mit nach Deutschland genommen und dort mit den Einsendungen der deutschen Kinder verglichen. Daraus wird dann Siegerbilder gekührt.

Das Motto der Bilder war: Dein schönstes Erlebnis.
Gemalt wurde mit eigens von Felix und mir dafür gekauften Utensilien. Neben den Bunt- und Wachsmalstiften, waren vor allem Wassermalfarben und Ölpastel-Farben die wichtigsten Werkzeuge. Zusätzlich gab es im Dhirenpara noch Scheren und Klebstifte in Kombination mit bunten Magazinen. So hielten Collagen-Elemente Einzug in die Bilder.
Vor allem an den Wasserfarben hatten die Kinder sehr viel Spaß. Eine bunte Angelegenheit also. Sehr überraschend war, mit wie viel Konzentration und Hingabe die Kinder sich ans Zeichnen und Malen machten – in allen Heimen, unabhängig vom Alter der Kinder. Auch die behinderten Kinder beteiligten sich und haben schöne, bunte Bilder gemalt.
Auf Grund ihres großen Maleifers und der bunten Farben verloren manche Kinder ein wenig das Motto aus den Augen oder interpretierten es sehr persönlich. Am Ende sammelten wir jedoch jede Menge bunter und sehr kreativer Bilder ein. Viel Spaß hat es auch gemacht. Ein voller Erfolg also.

Besuch im Makaibari Tea Estate

02 Teeplantagen-TourZum Abschluss unseres 4-tägigen Darjeeling-Besuchs haben Benedikt und ich das Makaibari Tea Estate in Kurseong besucht. Makaibari ist ein neuer Projektpartner von Childaid Network und produziert, wer hätte es gedacht, Darjeeling-Tee.

Das Unternehmen Makaibari zeichnet sich dadurch aus, dass der produzierte Tee zu 100% bio-organisch ist und deshalb auch die Teeplantagen in ökologischer Balance gehalten werden (d. h. es wird auf  Pestizide o. Ä. verzichtet). Die Mitarbeiter von Makaibari leben in den umliegenden 7 Dörfern und werden in Sachen Gesundheit, Bildung der Kinder, Altersvorsorgen und Lebensmittel vom Arbeitgeber also Makaibari unterstützt. Das ist einmalig im Vergleich zu den übrigen Herstellern von Darjeeling-Tee.

Benedikt und ich haben uns durch die Tee-Plantagen und die Fabrik führen lassen. Es war sehr interessant zu erfahren, wie der Tee-Herstellungsprozess im Detail funktioniert. Die Mitarbeiter waren sehr nett und haben uns alle Fragen ausführlich beantwortet. Später haben wir noch mit dem Inhaber persönlich eine Tee-Tasting-Session gehabt. Das war unser persönliches Highlight. Es gibt doch tatsächlich grüne Tees, die nach Mango oder Traube schmecken… es war eine sehr schönes Erlebnis Makaibari zu besuchen.