Khatm

05 BowlingGut dreieinhalb Monate im Dhirenpara gegen langsam aber sicher zu Ende [Khatm; Hindi: fertig]. Unsere Bilanz fällt absolut positiv aus:

Die Kinder sind uns mit ihrer offenen und direkten Art sehr schnell ans Herz gewachsen. Vom ersten Tag an hat uns das Fußball- und tischtennisspielen mit den Jungs sehr viel Spaß gemacht. Auf dem Feld und an der Platte konnten wir uns sportlich messen und so richtig verausgaben. Im Laufe der Zeit konnte man auch einen guten Trainingseffekt erkennen. Die Jungs haben von der neuen Ausrüstung und dem regelmäßigen Training stark profitiert. Beim Sport haben wir auch die Namen sehr schnell gelernt und hatten so keinerlei Probleme bei der Integration.

Über die Zeit waren von Sportprojekten, über das Bauen neuer Fußballtore bis hin zu Künstlerischem viel verschieden und abwechslungsreiche Aktionen dabei. Zwar gab es dabei ab und an Herausforderung zu meistern, doch im Großen und Ganzen hat alles gut geklappt.

Mit den Jungs haben wir uns sehr gut verstanden und sie sind uns alle sehr ans Herz gewachsen. Es freut uns zu sehen, dass viele Fortschritte gemacht haben beim Englisch sprechen, im Sport oder auch in Sachen Disziplin und “Sozialverhalten”. Ich denke das ist das Wichtigste, dass sich die Jungs weiterentwickelt haben.

Zum Abschluss unserer Zeit hier im Dhirenpara haben wir dieses Wochenende für die Jungs gekocht. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce. Beim Tomatenschneiden und Nudeln kochen wurden wir von den Jungs gut unterstützt. Das Nudelnessen an sich war ein mittleres Spektakel und die Töpfe ratzfatz leer geputzt. So war es für alle ein leckeres Abendessen.

Gestern haben wir dann noch eine Spiele-Olympiade veranstaltet. Die Jungs wurden in sechs Gruppen eingeteilt und sollten an fünf Stationen Aufgaben erfüllen. Die Stationen waren Tauziehen, Bowling, Eierlauf, Basketball und “Kuli-Versenken”. Nach anfänglichen Problemen war es eine lustige Sache bei der alle Kinder ihren Spaß hatten. Anschließend haben wir noch Süßigkeiten und Erinnerungsfotos verteilt und noch in der großen Gruppe ein Spiel gemacht. Dafür haben sich alle einen Luftballon ums Fußgelenk geknotet und versucht die der anderen zu zertreten. Das war noch mal eine Gaudi.

Wir hoffen die nächste Generation Freiwilliger hat eine genauso schöne und unvergessliche Zeit in Guwahati und führt den Volunteers-Blog weiter…

Karate-Training

Partnerübung IIIn den vergangenen gut drei Monaten habe ich im Dhirenpara immer wieder, oft mehrmals wöchentlich, Karate-Training gehalten. Einige Male auch im Ila.

Der erste Teil des Trainings bestand meist aus lockerem Aufwärmen und Technik-Training. Ohne ein Grundwissen geht es selbstverständlich nicht. Die neuen, teilweise ungewohnten Bewegungen kennen zu lernen ist ja auch spannend.

Um diese aber festigen zu können und es erst richtig interessant zu machen, ging es schnell über zum Training mit einem Partner. Hier können nun die erlernten Techniken in kampfähnlicher Situation erprobt und verbessert werden. So manch einem wurde erst in dieser Situation klar, wozu die Bewegung gut sein sollte. Die Erklärung mit Worten funktioniert nämlich nicht so gut. Zu schlecht sind die Englischkenntnisse, vor allem der jüngeren. Viel effektiver ist es da, haptische Anleitung zu geben, den Arm mitzuführen und die Kinder am Partner praktische Erfahrungen sammeln zu lassen, wie etwas am besten (oder überhaupt) funktioniert.

Wer Karate hört, der denkt vermutlich als erstes an kämpfen. Genauso ist das bei den Kindern natürlich auch. Die Partnerübung ist zwar an einem Kampf schon nahe dran, aber eben nur nahe. Die Anschaffung von Faustschützern hat in diesem Punkt Abhilfe geschaffen. An Kampfgeist fehlt es den Kindern ganz und gar nicht. Mit hoher Motivation stürzten sie sich in den Kampf. Oft mussten sie zurückgehalten werden, damit noch ein fairer Kampf um Punkte gewährleistet werden konnte, oft fiel die Anwendung der gelernten Techniken und Kombinationen im Eifer schwer. Außerdem mussten neben der Technik auch etwas Disziplin und ein paar Grundregeln gelernt werden. Zum Beispiel, dass ein Kampf nur nach beidseitigem Einverständnis stattfinden kann. Außerdem, was vermutlich am schwierigsten war, dass nach einem erzielten Punkt der Kampf unterbrochen und von neuem begonnen wird. Das Training soll schließlich mit dem Partner stattfinden und nicht gegen ihn, und im Kampf sollen Punkte errungen werden und dem Gegner nicht der größtmögliche Schmerz zugefügt werden.

Neben all den Lerneffekten bleibt natürlich das Wichtigste: Das Kämpfen macht den Jungs Spaß. Hier konnte ein Kampf unter geregelten, fairen Bedingungen stattfinden und vor allem ohne das jemand verletzt wird oder am Ende weint. Hauptsache alle haben Freude.

Wandmalerei

WandmalereiNachdem wir uns viel mit sportlichen Aktivitäten auseinandergesetzt haben, lag der Fokus diese Woche auf der Verschönerung des Heims. Die Mauern, die den Hof eingrenzen, wurden neu gestaltet.

Bevor wir allerdings anfangen konnten, musste die Wand erst einmal von anhaftendem Staub, Dreck und Moos befreit werden. Eine Aufgabe, die die Kinder mit feuereifer angingen. Der Schmutz rieselte förmlich nur so von der Wand.
Mit frisch angerührter weißer Farbe ging es nun den fast trostlosen kahlen Ziegelsteinwänden an den Kragen. Mit Schuhbürsten ähnelnden “Pinseln” trugen die Kinder die Farbe auf die Wände auf. Schnell verschwand das Rot der Ziegelsteine unter einer weißen Schicht. Dennoch dauerte es zwei Nachmittage bis die gesamte Farbe verbraucht und die gesamte Fläche der beiden Wände weiß war.

Weiße Wände waren schonmal besser als vorher, aber um einladen zu wirken musste noch etwas Farbe ins Spiel gebracht werden.
Und so entstand am dritten Tag der Schriftzug “Snehalaya” in bunten Buchstaben auf einer der beiden Wände.
Für die zweite Wand war eine individuellere Gestaltung vorgesehen: Die übrige bunte Farbe durften die Kinder dazu nutzen Handabdrücke auf der Wand zu hinterlassen. Und der Wand dadurch sozusagen ihren persönlichen Stempel aufdrücken.
Die bunte Farbe direkt mit den Händen direkt auf die Wand aufzutragen hat den Kindern am allermeisten Spaß bereitet. Wer will es ihnen verdenken? Wann darf man schonmal seine Hände in einem Eimer Farbe völlig versenken? Natürlich haben auch wir uns das nicht entgehen lassen.

Auch das Klettergerüst und die Mini-Tore blieben von der Verschönerungsoffensive nicht verschont. Beides wurde mit roter und gelber Farben neu angestrichen.
Damit erstrahlt der Innenhof des Dhirenpara nun in neuem Glanz.

Ostern in Guwahati

09 Alle Eier gefunden!Auch hier in Guwahati wurde Ostern gefeiert…

Angefangen mit einem Gründonnerstags-Gottesdienst mit Fußwaschung, über einen ausgiebigen Karfreitagsgottesdienst mit Kreuzweg bis hin zu einem Gottesdienst am Ostersonntag, in dem es auch Taufen und eine Hochzeit gab. Das war das offizielle Rahmenprogramm über die Ostertage.

Um das ein wenig aufzulockern und auch den Kindern mal eine deutsche Tradition näher zu bringen, haben Benedikt und ich am Samstag mit den Kinder Ostereier bemalt. Alle Jungs, die Lust hatten, durften ihrer Kreativität und ihrem Talent freien Lauf lassen und die Eier mit Wachsmalstiften zu wahren Kunstwerken werden lassen. Ein beliebtes Motiv war die indische Flagge, Gesichter oder auch Szenen aus dem “Dorfleben”, wie Häuser, Felder oder Bäume. Es hat allen Spaß gemacht mal ein wenig Abwechslung in die Ostertage zu bekommen. Manche Eier waren so schön bemalt, dass es fast schon schade war, sie zu essen.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag haben wir dann die Eier und nach ein paar andere kleinere Überraschung auf dem Gelände versteckt. Für jedes der 80 Eier ein Versteck zu finden ist auch gar nicht so einfach. Doch hat alles geklappt und am nächsten Morgen um kurz vor 6 durften die Jungs die Eier suchen. Es war ein einmaliger und kurzer Spaß, denn die meisten Eier waren im Nu gefunden. Manche, zum Beispiel das Ei in der Bambusstange, mussten zerkleinert werden, um es raus zu holen. Dafür durfte es direkt gegessen werden.

Die restlichen Eier gab es dann zum “Osterfrühstück” nach dem Gottesdienst. Mit Melone, Hefebrötchen, Milch und vielem mehr wurden die Jungs und wir richtig verwöhnt.

Zum Abschluss des Ostersonntages sind alle zusammen noch auf dem Sportplatz der Don Bosco School Fußball spielen gegangen.