First Unicycle made in India

Ein Meilenstein ist erreicht! Nach 3 Wochen, in denen ich viele, viele Meetings mit einem Fahrradteile-Laden und einem Mechaniker hatte, ist es vollbracht: Das erste Einrad made in India!

Zur Vorgeschichte: Zusätzlich zu unseren Aufgaben in Snehalaya, sollten wir versuchen, einen Weg zu finden, Einräder vor Ort in Indien herstellen zu lassen.
Der Hintergrund: Einrad ist in Indien unbekannt. Das heißt, es gibt hier auch keine Läden, zu denen man gehen kann. Die Kinder in Snehalaya sind unglaublich talentiert und wurden von den Waldonis super ausgebildet, wodurch sie bei verschiedenen Events als Aushängeschild von Snehalaya auf dem Einrad eine einzigartige Show abliefern. Das Problem ist nur, dass 50 Kinder sich zur Zeit 9 Einräder teilen und viel üben, wodurch die Einräder, die wir letztes Jahr mit viel Mühe importiert haben, inzwischen zum Teil echt schlimm aussehen. Und das ständige Importieren ist auch keine Lösung.

Viele, viele Freiwillige vor uns sind an dieser Aufgabe gescheitert und nun sollten wir unser Glück versuchen. Unser erstes Treffen mit Father Benny aus Maligaon (einer Ausbildungsstätte für Schweißer) verlief so, dass er uns eher ausgelacht hat, als dass er ernsthaft glaubte, dass wir es schaffen könnten. Dadurch wurde unser Ehrgeiz aber nur noch mehr geweckt! Nachdem ich von einem der Ausbilder einen Kontakt zu einem Fahrradladen in Guwahati erhalten hatte, bin ich samt Anleitung und Einrad hingefahren und habe es in Auftrag gegeben, das erste Einrad Nord-Ost-Indiens! Natürlich hatten diese Leute keine Ahnung, was ich von ihnen wollte. Ein Fahrrad mit nur einem Rad, ohne Lehrlauf und das vorwärts UND rückwärts fahren sollte? Was soll das sein? Aber nachdem ich ihnen gezeigt habe, wie es funktionieren soll, meinten sie selbstbewusst, dass es in einer Woche fertig wäre…. Aus der einen wurden drei Wochen und viele Treffen aber: Es ist vollbracht und das ist das wichtigste!

Wir repräsentieren Snehalaya beim Children Day!

Bekanntermaßen sind die Jungs aus Dhirenpara besonders talentiert, was jede Form von Sport angeht. So natürlich auch im Bereich Circus. (Hier ein großes Lob an die herausragende Vorarbeit aller Waldonis!) Seit diesem Jahr gibt es in Dhirenpara einen neuen Heimleiter- Father Salomon. Er ist unglaublich ambitioniert und hat es sich in den Kopf gesetzt, seine Jungs bei jeder Gelegenheit auftreten zu lassen, um die Bekanntheit von Snehalaya zu steigern.
Da war der nationale Children Day am letzten Fritag natürlich die perfekte Gelegenheit! So habe ich eine Woche vorher den Auftrag erhalten, eine phänomenal-geniale Show zu basteln.
Nach einer Woche Nachmittagstraining und einem Generalprobenabend mit semimotivierten Jungs stand dann endlich eine Show, von der ich halbwegs überzeugt war. Das Problem an den Jungs ist, dass sie so viel besser wären, wenn sie es schaffen würden, sich zu motivieren! Aber für Circusunerprobte sollte es reichen.
Die Show war dann abends im Cotton College in Pan Bazar. In einer übervollen Aula lieferten wir neben den ganzen Tanz- und Gesangsperformances eine super Show ab. Unsere Aufgabe hier ist es natürlich auch, bei der Öffentlichkeitsarbeit von Snehalaya zu helfen. Da ist es natürlich ein besonderer Hingucker, wenn eine weiße Frau mit 12 indischen Heimkindern angekündigt und von allen in Indien begrüßt wird, und dann auch noch auf der Bühne auftaucht und sogar mitmacht! Aus Erzählungen von Father Salomon weiß ich, dass während unserer Show ganz indienuntypisch ALLE Augen (und Kameras) auf die Bühne und auf uns gerichtet waren. Der Father war begeistert und titulierte unsere Show als “fantastic” und “first class”.
Was wir nicht wussten: Ohne es zu merken, traten wir vor dem Minister of Social Affairs auf, der dem Father Lukose später seine Glückwünsche aussprach und die Show sehr lobte!
Fazit: Ziel erreicht! Snehalaya hat sich super präsentiert!

Leider gibt es (zur Zeit) noch keine Fotos von der Show aber ich arbeite daran, welche zu finden!

Weltkindertag

Am 14. November war Weltkindertag. Auf Grund der erfolgreichen Halloweenparty am Ersten des Monats, bei deren Planung und Umsetzung ich auch involviert war, haben mich Sister Monica und Sister Sheba gebeten ein Programm für den Weltkindertag zu organisieren. Also habe ich mich mit unseren Baidos Josmin und Baby zusammen gesetzt und mit ihnen zusammen ein Konzept erstellt. Am Donnerstagmorgen habe ich mich in die Küche gestellt und habe wieder Schokopudding gekocht, nur dieses Mal für nur halb so viele wie bei der Halloweenparty. Nachdem die Kinder im Bett waren fingen die Vorbereitungen erst richtig an. Wir haben Luftballons aufgeblasen und aufgehängt und die Preise für die verschiedenen Spiele eingepackt und aufgeteilt.
Am Freitagmorgen um 5:30 Uhr, als wir aus unseren Zimmern rauskamen, hörte ich wie die Kinder erstaunt „BALLOONS“ riefen. Da war ihnen klar, dass wir an diesem Tag etwas Besonderes mit ihnen vor hatten. Wir haben erst mal etwas Sport gemacht. Wir sind zunächst über den Hof gejoggt. Danach kamen andere Übungen, wie Kniebeugen oder eine fiese Armmuskelübung, die ich noch vom Judo kenne. Zuletzt haben wir uns dann noch etwas gedehnt, bis wir dann Frühstücken gegangen sind. Danach haben wir dann sofort mit dem Programm angefangen. Topfschlagen war das erst Spiel. Es war recht schwierig im Vorfeld dieses Spiel Josmin und Baby zu erklären und die ersten paar Kinder hatten auch so ihre Probleme, aber je mehr wir es gespielt haben, desto mehr haben sie es verstanden. Die Jungs fanden es super. Sie kannten es vorher noch nicht. Die englische Übersetzung „hit the saucepan“ fanden aber alle als Namen für das Spiel nicht gerade optimal. „Gorom Tanda“ (Heiß Kalt) kam am besten an, da wir alle es ja auch während des Spiels über das Grundstück geschrien haben. Das zweite Spiel war Torwandschießen. Das vorzubereiten war doch relativ schwierig, aber am Ende haben wir zwei Fahrradreifen an einem der Tore befestigt, und da ich ja ein KarmaRider bin, passte das auch sehr gut. Das Torwandschießen sahen die Jungs als eine große, spannende Herausforderung. Es war das erste Mal, dass sie es gemacht haben, aber garantiert nicht das letzte Mal. Als drittes haben sie ein typisch indisches Spiel gespielt, was als Nichtteilnehmer sehr lustig anzuschauen ist: nur mit den Händen, ohne sie zu berühren, müssen die Teilnehmer eine Wasserflasche, die ein zwei Meter von dem Wassereimer entfernt steht, mit Wasser füllen. Da es eines der beliebtesten Spiele der Halloweenparty war, haben wir nochmal das Flaschenkegeln gemacht. Das war das geplante Programm für die Jungs. Von den Mädchen aus dem Aftercare Programm, die in ihrem eigenen Haus auf dem Ila Gelände wohnen, hatten nur sehr wenige Lust an „Reise nach Jerusalem“ oder „Zeitungstanz“ teilzunehmen. Auf Grund dessen durften die Jungs dann mit den wenigen Mädchen, die da waren, doch noch beim „Luftballontanz“ mitmachen. Alle hatten riesigen Spaß. Nach dem Rosenkranzbeeten gab es die Preisverleihung, zu der sogar alle Aftercare-Girls kamen. Keiner ist leer ausgegangen.
Sowohl für die Kinder, als auch für mich, war es ein wunderbarer Tag. Das muss ich auf jeden Fall wiederholen, nur bis dann brauche ich ein paar neue deutsche Spiele.

Veröffentlicht unter Ila

Halloween Party

Am letzten Samstag war es dann so weit. Die große Halloween Party die Tatjana und ich für drei der Snehalaya Heime (120 Kinder) organisiert hatten fand endlich statt! 
Schon im Laufe der letzten Woche stimmten wir unsere Auxilium Kinder auf Halloween ein. Bastelten Fledermäuse, malten Bilder, schnitzen Kürbisse und studierten mit ihnen einen Monster-Song zu Halloween ein. Am Samstag war dann der große Tag gekommen.
Bereits morgen brachen wir mit viel Gepäck auf nach Dhirenpara, wo die Party steigen sollte. Angekommen begannen wir sofort mit den Vorbereitungen als da wären Dekoration, Spielstationen aufbauen, Pudding kochen und vieles mehr. Es gab genug zu tun um uns zu beschäftigen bis die ersten Kinder um 16 Uhr ankamen. Nur mit der Hilfe der großen Dhirenpara Jungs war es uns überhaupt möglich rechtzeitig fertig zu werden. Als gegen halb fünf die letzten Kinder kamen war die Runde komplett und wir konnten anfangen. Auxilium präsentierte den eingeübten Song, die Ila und Dhirenpara Jungs tanzten. Anschließend ging es auch schon los mit dem Stationenlauf. Alle Kinder hatten viel Spaß zusammen und haben sich riesig gefreut Geschwister und Freunde aus anderen Heimen wieder zu sehen. Die größten haben auf die kleinsten aufgepasst und gemeinsam wurde viele tolle Spiele absolviert. Vor allem aber viele Süßigkeiten abgeräumt! 
Nach den Spielen tanzten alle zusammen den Faltu-Dance, einen Tanz, der von einem Mädchen aus Snehalaya ausgedacht wurde und nun an alle Snehalaya Kinder weitergegeben wird um ihn gemeinsam beim großen Snehalaya Tag im Januar zu tanzen. Diese kleine Probe dafür sah schon mal super aus, alle haben mitgetanzt! 

Als Abschluss des Abends gab es in der Atmosphäre der leuchtenden Pumpkins und Öllampen ein großes Abendessen. Natürlich gab es Reis und Gemüse aber das Highlight des Menüs war definitiv unser „Gruselwasser“ in rot, grün und braun und der Nachtisch – Friedhofserde Schokopudding mit Keksschicht! 
Nicht nur die Kinder waren begeistert von diesem Nachmittag, nein auch wir Volunteers hatten unglaublich viel Spaß und wissen, dass sich die Arbeit definitiv gelohnt hat!