Khatm

05 BowlingGut dreieinhalb Monate im Dhirenpara gegen langsam aber sicher zu Ende [Khatm; Hindi: fertig]. Unsere Bilanz fällt absolut positiv aus:

Die Kinder sind uns mit ihrer offenen und direkten Art sehr schnell ans Herz gewachsen. Vom ersten Tag an hat uns das Fußball- und tischtennisspielen mit den Jungs sehr viel Spaß gemacht. Auf dem Feld und an der Platte konnten wir uns sportlich messen und so richtig verausgaben. Im Laufe der Zeit konnte man auch einen guten Trainingseffekt erkennen. Die Jungs haben von der neuen Ausrüstung und dem regelmäßigen Training stark profitiert. Beim Sport haben wir auch die Namen sehr schnell gelernt und hatten so keinerlei Probleme bei der Integration.

Über die Zeit waren von Sportprojekten, über das Bauen neuer Fußballtore bis hin zu Künstlerischem viel verschieden und abwechslungsreiche Aktionen dabei. Zwar gab es dabei ab und an Herausforderung zu meistern, doch im Großen und Ganzen hat alles gut geklappt.

Mit den Jungs haben wir uns sehr gut verstanden und sie sind uns alle sehr ans Herz gewachsen. Es freut uns zu sehen, dass viele Fortschritte gemacht haben beim Englisch sprechen, im Sport oder auch in Sachen Disziplin und “Sozialverhalten”. Ich denke das ist das Wichtigste, dass sich die Jungs weiterentwickelt haben.

Zum Abschluss unserer Zeit hier im Dhirenpara haben wir dieses Wochenende für die Jungs gekocht. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce. Beim Tomatenschneiden und Nudeln kochen wurden wir von den Jungs gut unterstützt. Das Nudelnessen an sich war ein mittleres Spektakel und die Töpfe ratzfatz leer geputzt. So war es für alle ein leckeres Abendessen.

Gestern haben wir dann noch eine Spiele-Olympiade veranstaltet. Die Jungs wurden in sechs Gruppen eingeteilt und sollten an fünf Stationen Aufgaben erfüllen. Die Stationen waren Tauziehen, Bowling, Eierlauf, Basketball und “Kuli-Versenken”. Nach anfänglichen Problemen war es eine lustige Sache bei der alle Kinder ihren Spaß hatten. Anschließend haben wir noch Süßigkeiten und Erinnerungsfotos verteilt und noch in der großen Gruppe ein Spiel gemacht. Dafür haben sich alle einen Luftballon ums Fußgelenk geknotet und versucht die der anderen zu zertreten. Das war noch mal eine Gaudi.

Wir hoffen die nächste Generation Freiwilliger hat eine genauso schöne und unvergessliche Zeit in Guwahati und führt den Volunteers-Blog weiter…

Ostern in Guwahati

09 Alle Eier gefunden!Auch hier in Guwahati wurde Ostern gefeiert…

Angefangen mit einem Gründonnerstags-Gottesdienst mit Fußwaschung, über einen ausgiebigen Karfreitagsgottesdienst mit Kreuzweg bis hin zu einem Gottesdienst am Ostersonntag, in dem es auch Taufen und eine Hochzeit gab. Das war das offizielle Rahmenprogramm über die Ostertage.

Um das ein wenig aufzulockern und auch den Kindern mal eine deutsche Tradition näher zu bringen, haben Benedikt und ich am Samstag mit den Kinder Ostereier bemalt. Alle Jungs, die Lust hatten, durften ihrer Kreativität und ihrem Talent freien Lauf lassen und die Eier mit Wachsmalstiften zu wahren Kunstwerken werden lassen. Ein beliebtes Motiv war die indische Flagge, Gesichter oder auch Szenen aus dem “Dorfleben”, wie Häuser, Felder oder Bäume. Es hat allen Spaß gemacht mal ein wenig Abwechslung in die Ostertage zu bekommen. Manche Eier waren so schön bemalt, dass es fast schon schade war, sie zu essen.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag haben wir dann die Eier und nach ein paar andere kleinere Überraschung auf dem Gelände versteckt. Für jedes der 80 Eier ein Versteck zu finden ist auch gar nicht so einfach. Doch hat alles geklappt und am nächsten Morgen um kurz vor 6 durften die Jungs die Eier suchen. Es war ein einmaliger und kurzer Spaß, denn die meisten Eier waren im Nu gefunden. Manche, zum Beispiel das Ei in der Bambusstange, mussten zerkleinert werden, um es raus zu holen. Dafür durfte es direkt gegessen werden.

Die restlichen Eier gab es dann zum “Osterfrühstück” nach dem Gottesdienst. Mit Melone, Hefebrötchen, Milch und vielem mehr wurden die Jungs und wir richtig verwöhnt.

Zum Abschluss des Ostersonntages sind alle zusammen noch auf dem Sportplatz der Don Bosco School Fußball spielen gegangen.

Fussball ohne Ende

11 Spielszene IEin weiteres Projekt, das Benedikt und ich uns eigentlich schon ganz am Anfang vorgenommen haben, konnten wir jetzt endlich durchführen – die Mini-Tore fürs Fußballtraining. Wir sind dafür eines Morgens mit einer Skizze in ein Geschäft in der Nähe vom Dhirenpara gegangen und haben die 0,9×1,2m großen Tore aus Metall in Auftrag gegeben. Eigentlich hätte ich erwartet, dass es mindestens eine Woche dauern würde, bis die Tore fertig sind. Doch nachdem wir mittags nochmal einen Konstruktionsfehler bemängelt hatten (sieht lustig aus auf dem ersten Bild) waren die Tore, zu meiner Verwunderung, doch tatsächlich abends schon fertig.

Am nächsten Tag war die Freude groß darüber und von da an waren die Tore auch regelmäßig beim Fußball spielen in Benutzung. Da wir inzwischen auch Hütchen und mitlerweile auch Leibchen fürs Fußballtraining gekauft haben, können wir jetzt mit den neuen Toren professionelles Fußballtraining machen. Wir machen jetzt fast jeden zweiten Tag Fußballtraining mit verschiedenen Schwerpunkten.

In der ersten Trainingseinheit mit den neuen Toren haben vor allem Zweikämpfe, Passgenauigkeit, Ballannahme und Torabschluss  trainiert, also eigentlich alles was man so können muss, wenn man mal beim FC Barcelona spielen möchte (Bild). Die Jungs waren sehr engagiert und begeistert bei der Sache. Es machen auch ab und an Kinder mit, die sonst eigentlich bisher kein Interesse an Fußball gezeigt haben. Das macht uns glücklich und ist ein großer Fortschritt für die Jungs hier!

Am vergangenen Wochenende haben wir dann auch Fußballturnier veranstaltet, wo sich die Jungs mal unter Wettkampfbedingungen duellieren konnten. Bisher hatten wir nur Trainingsspiele gemacht.

Benedikt war Koordinator und Fotograf, ich war Schiedsrichter und Preisverleiher.

Am Turnier haben gut die Hälfte der Kinder teilgenommen. Wir haben sie vorab in 3er-Teams eingeteilt, um halbwegs faire Teams zu haben. In der Gruppenphase wurden 2 Halbzeiten à 3 Minuten gespielt. Auch die Leibchen kamen jetzt endlich mal so richtig zum Einsatz. In den Spielen ging es hoch her. Der Ehrgeiz und Siegeswillen war bei allen groß, sodass die Spiele sehr eng und unterhaltsam waren. Ab und zu ist der Ball mal über den Zaun geflogen oder es liefen Leute durch Spielfeld. Aber im Großen und Ganzen lief es doch sehr gut ab.

Ab dem Halbfinale haben wir dann die Spieldauer auf 10 Minuten verlängert. Die Halbfinals waren sehr eindeutig vom Ergebnis her. Das Spiel um Platz 3 hingegen so ausgeglichen, dass es im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Die Elfmeter werden hier so ausgeführt, dass man von der Mittellinie ins leere Mini-Tor treffen muss. Nur einer von sechs Schützen, ich glaube  Kishan war es, hat getroffen und damit Team 5 den 3. Platz beschert.

In einem spannenden Finale mit wenigen Torchancen hat Team 3 (Bimal, Sankar und Sumon) gegen Team 4 (Bijoy, Rahul, Milan) mit 1:0 gewonnen, obwohl sie in der Gruppenphase noch gegen Team 4 verloren hatten. Es war trotzdem ein verdienter Finalsieg.

Für das Gewinner Team gab es Fußballtrikots als Preis. Sie haben sich sehr gefreut! Team 4 und Team 5 haben Süßigkeiten geschenkt bekommen und sind glaub ich mitlerweile nicht mehr traurig über ihre Niederlagen.

TT-Turnier

07 Siegerehrung HochhaltenNach fast 10 Wochen mehr oder weniger regelmäßigem Tischtennis-Training habe ich gestern ein Tischtennisturnier hier im Dhirenpara veranstaltet. Mehr als die Hälfte der Kinder, also 25, haben mit gemacht. Mit so einer hohen Beteiligung hätte ich nicht gerechnet. Kurz um, es gab zwei Disziplinien, in denen die Kinder gegeneinander antreten konnten:

Einzelwettbewerb und Zähltisch:

Ich habe die Jungs in 4 etwa gleichstarke Gruppen eingeteilt. Jeder hat gegen jeden gespielt. Und am Ende kamen dann die beiden besten jeder Gruppe ins Viertelfinale. Auch wenn im Prinzip schon vorher klar war, dass die Größeren weiterkommen würden, finde ich es beeindruckend, dass sich auch so viele Jüngere überhaupt getraut haben mitzumachen und ihr bestes zu geben. Schon in der Gruppenphase sind eine schöne Ballwechsel dabei gewesen. Diejenigen, die gerade nicht gespielt haben, haben fleißig angefeuert und für gute Stimmung gesorgt.

Ich habe die Punkte mit einem, aus Ringordner und Zeichenpapier selbstgebauten Zähltisch, gezählt. Die kleinen Jungs, die schon recht früh ausgeschieden sind, haben mir dabei geholfen.

Jedenfalls ist das Spielniveau im Viertel- und Halbfinale noch mal deutlich angestiegen. Es waren schon anspruchsvolle Aufschläge und einige gute Topspins dabei. Der Trainingseffekt war unverkennbar. Es waren wirklich gute Duelle und der Spaß stand im Vordergrund. Das ist das Wichtigste.

In einem spannenden Finale hat sich schließlich Bijoy (FC Barcelona – Trikot auf den Bildern) knapp gegen Joseph durchgesetzt. Joseph hat das Trikot vom SV Darmstadt 98 gewonnen. Die Lilien sind jetzt also auch in Guwahati vertreten :D

Auch im Spiel um Platz 3 ging es noch hoch her. Dritter bzw. vierter Platz gingen letztlich an Kishan und Amar.

Hochhalten:

Um auch den anderen Jungs noch die Chance zu geben eine Schlägertasche, ein Trikot oder einen Mini-Schläger zu gewinnen, habe ich noch eine zweite Disziplin, Ball hochhalten, ausgetragen. Um den Schwierigkeitsgrad und den Spaß zu erhöhen, musste jeder mit seiner linken Hand hochhalten. Einige waren da wirklich äußerst begabt und haben eine gefühlte Ewigkeit hochgehalten.

Der Sieg ging hochverdient an Raju mit 744 Berührungen. Da er die letzten 2 Monate, wegen seinem gebrochenen rechten Arm, sowieso nur mit links gespielt hat, war das für ihn fast ein Selbstläufer. Die übrigen fünf Plätze belegten Bijoy, Michael, Amar, Samraj und Deepok (Bilder). 178 Berührungen für den 6. Platz sind auch wirklich respektabel.

Herzlichen Glückwunsch an alle und nochmals vielen Dank an alle, die die Preise gespendet haben!

Das Turnier ist absolut sportlich fair und spannend gewesen. Ich bin sehr zufrieden und glücklich, auch die restlichen  Tischtennissachen an den Mann gebracht zu haben. Die Jungs hatten Spaß beim Turnier und haben sich sehr über die Preise gefreut…

 







 

Besuch im Makaibari Tea Estate

02 Teeplantagen-TourZum Abschluss unseres 4-tägigen Darjeeling-Besuchs haben Benedikt und ich das Makaibari Tea Estate in Kurseong besucht. Makaibari ist ein neuer Projektpartner von Childaid Network und produziert, wer hätte es gedacht, Darjeeling-Tee.

Das Unternehmen Makaibari zeichnet sich dadurch aus, dass der produzierte Tee zu 100% bio-organisch ist und deshalb auch die Teeplantagen in ökologischer Balance gehalten werden (d. h. es wird auf  Pestizide o. Ä. verzichtet). Die Mitarbeiter von Makaibari leben in den umliegenden 7 Dörfern und werden in Sachen Gesundheit, Bildung der Kinder, Altersvorsorgen und Lebensmittel vom Arbeitgeber also Makaibari unterstützt. Das ist einmalig im Vergleich zu den übrigen Herstellern von Darjeeling-Tee.

Benedikt und ich haben uns durch die Tee-Plantagen und die Fabrik führen lassen. Es war sehr interessant zu erfahren, wie der Tee-Herstellungsprozess im Detail funktioniert. Die Mitarbeiter waren sehr nett und haben uns alle Fragen ausführlich beantwortet. Später haben wir noch mit dem Inhaber persönlich eine Tee-Tasting-Session gehabt. Das war unser persönliches Highlight. Es gibt doch tatsächlich grüne Tees, die nach Mango oder Traube schmecken… es war eine sehr schönes Erlebnis Makaibari zu besuchen.

Pakete da!

01 Pakete öffnen DhirenparaDie Hoffnung stirbt zuletzt …

Dieses Sprichwort hat sich wieder einmal bewahrheitet.

Nach 7 Wochen des Hoffen und Bangens sind die Pakete mit der Tischtennis-Ausrüstung doch noch in Guwahati angekommen. Eigentlich hätte der Versand 2 Wochen dauern sollen, doch die Pakete hingen in Bombay und später in Kalkutta beim Zoll fest. Ein Paket wurde problemlos nach Paltan Bazar geliefert. Das andere muss ich mit einem Rupesh bei der Postzentrale abholen. Es war aber eine lustige Aktion auf dem Motorrad mit dem Paket unterm Arm durch die vollen Gassen Guwahatis zu heizen. Letztendlich ist alles gut gegangen – nur 3 Schläger haben diese Odysee leider nicht überlebt…

Im Dhirenpara:

Im Dhirenpara wusste noch niemand etwas von den Paketen, vor allem die Kinder haben keinen blassen Schimmer als ich plötzlich mit den Paketen über den Hof spaziere.Am nächsten Tag scharen sich die Kinder um die Tisch, auf dem die Pakete stehen. Unter ohrenbetäubenden Gegröhle und Gesang öffnet Bijoy die Pakete und die Kindern freuen sich sehr. Sich schlagen sich fast um die Schläger. Ich habe Mühe etwas Ordnung in die nachfolgende Schlägerverteilung zu bekommen. Jedes Kind bekommt hier im Dhirenpara einen eigenen, persönlichen Schläger. Die Kinder sind sehr glücklich darüber und auch stolz einen eigenen Schläger zu besitzen. Als Anreiz dafür, dass die Kinder die Schläger gut pflegen und vor allem nicht verkaufen, habe ich einen Preis für denjenigen ausgelobt, der am besten auf seinen Schläger aufpasst. Auch das Schläger putzen habe ich den Kindern erklärt. Sie haben recht interessiert zugehört. Ich habe den Kindern dann noch etwas über meinen Verein erzählt und wie ich dort die Schläger esammelt  habe. Danach haben wir noch stundenlang mit den neuen Schläger gespielt, das Training macht nun auch viel mehr Spaß – das Netzist ja auch neu. Die übrigen gespendeten Sachen, wie Schlägertaschen oder T-Shirts werde ich übrigens in Tischtennisturnieren erspielen lassen. Die Kinder freuen sich schon darauf. Alles in allem war es ein sehr schöner Tag für die Kinder und auch für mich und die TT-Abteilung des SV Darmstadt 98.

Im Paltan Bazar:

Im zweiten Heim – Paltan Bazar – wo ich auch schon immer montags und freitags Tischtennisunterricht mache, habe ich dann die übrigens 20 Schläger und ein Netz verteilt. Die Jungs hier haben sich auch riesig über diese Überraschung gefreut. Das Training hat durch die neuen Schläger nochmals deutlich an Niveau gewonnen. Hier werde ich die Schläger allerdings nur während den Trainingszeiten zur Verfügung stellen, die Schläger sonst vermutlich sehr schnell kaputt gehen würden. Das wäre schade.

Die Jungs hier finden die neuen Schläger echt cool und haben erzählen mir oft, wie viel Spaß das Spielen jetzt macht. So soll es schließlich sein…

 

 

Projekte, PRIMAX-Magazin und Picknick

Projekte:

Als erstes kleineres Projekt haben Benedikt und ich am vergangenen Mittwoch provisorisch ein Fußball-Tor für die Kinder gebaut.Die Bäume am Ende Rande des Sportplatzes bekommen Unterstützung von einer Bambusstange, die wir als Latte installiert haben, und bilden
jetzt zusammen ein Fußball-Tor.Es ist 1,80m hoch und 3,80m breit, eine optimale Größe für die Kinder. Die Kinder haben sich sehr darüber gefreut und spielen jeden Tag begeistert mit…

Das regelmäßige Tischtennis-Training hat auch schon angefangen. Ich mache im Dhirenpara und im Paltan Bazar jeweils zweimal in der Woche eine Trainingseinheit. Die Kinder lernen sehr schnell und sind vor Allem gut darin, sich die Technik abzuschauen. Anfangs habe ich ein paar Grund-
regeln und Grundlegendes zur Körperhaltung und Schlägerhaltung erklärt. Die allermeisten haben das schon gut verinnerlicht und wir können nächste Woche schon zu komplizierteren Aufschlägen und anspruchsvolleren Übungen übergehen – so ist zumindest mein Plan. Ich freue mich sehr über
den Lernfortschritt und auch über die Tatsache, dass die Kinder mein Angebot so gerne in Anspruch nehmen.

Außerdem haben wir mittlerweile mit allen 46 Kindern (es sind noch vier dazu gekommen)ein Steckbrief-Formular ausgefüllt. Es war schon richtig schwierig das englische Formular mit Händen und Füßen und mit Hilfe der Kinder, die immerhin etwas Englisch sprechen, zu übersetzen und den Kindern zu erklären, was wir gerne über sie wissen möchten. Letztendlich
hat es aber auch recht gut funktioniert und wir wissen einiges mehr über die Kinder. Ich glaube es hat auch den Kindern Spaß gemacht uns etwas über ihr Leben zu erzählen und anzuvertrauen.

PRIMAX-Magazin:

Vom 11.01 – 18.01 war ein deutscher Journalist von PRIMAX-Magazin in Guwahati, um über das Leben der Straßenkinder und der Kinder im Heim zu berichten. Wir hatten ihn auch an 2 Tagen zu Besuch im Dhirenpara. Zusammen haben wir in Gesprächen Informationen Über das Leben der
Kinder gesammelt, Fotos und Videos von Heim und Umgebung gemacht und eine kleine Wanderung mit den Heimkindern auf einen Hügel hinter der Stadt gemacht. Wir wurden auch selbst interviewt, was mir viel Spaß gemacht hat. Die Artikel über die Straßenkinder in Guwahati werden im im März/April im PRIMAX-Magazin (Auflage: 400.000 Stk.), dem Kinder- und
Jugendmagazin der Volksbank erscheinen. Also schon mal vormerken und im Magazin Interessantes über die Kinder aus Guwahati lesen.

Picknick:

Am gestrigen Sonntag stand ein Ausflug mit Picknick und Cricket spielen auf dem Programm. Dafür sind alle zusammen 1,5 Stunden ins westliche Assam nach Chhaygaon gefahren. Die Busfahrt war äußerst unterhaltsam im gnadenlos überfüllten Bus. Dort angekommen, haben wir auf einer weitläufigen Wiese Cricket und andere Spiele gespielt. Ich habe zum ersten Mal richtig Cricket gespielt und die Regeln auch endlich verinnerlicht. Dann gab es Mittagessen. Später haben wir noch ein kleines Dorf in der Nähe besucht und die Umgebung erkunden. Alle Kinder sind auf ihre Kosten gekommen und wir sind zufrieden wieder nach Hause gefahren.

Neue Tischtennisausrüstung ist auf dem Weg nach Indien

Die SchlägersammlungSchon bei meinem ersten Aufenthalt in Paltan Bazar (Guwahati) im September hatte es mir unheimlich Spaß gemacht mit den Kindern Tischtennis zu spielen. In Paltan Bazar, wie auch im Dhirenpara, wo Benedikt und ich ab Januar sein werden, gibt es eine Tischtennisplatte. Die Platte und das Netz sind auch halbwegs zu gebrauchen.

Doch vor Allem die Kinder sind vom Tischtennis begeistert und spielen sehr trickreich. Ihr ist für mich beeindruckend gewesen, was für ein Talent die Kinder schon entwickelt haben.

Um ihr riesiges Talent zu fördern, hatte ich mir schon damals vorgenommen, wenn ich dann im Januar für 4 Monate wieder nach Indien gehe, mit den Kindern intensiv Tischtennistraining zu machen. Eine Platte und ein Netz existieren dafür, wie gesagt, auch schon, doch die Schläger, mit denen die Kinder dort spielen waren, ehrlich gesagt, katastrophal. So würde es mir nicht möglich sein das Potential der Kinder durch Training anständig zu fördern.

Nach meiner Wiederankunft in Deutschland habe ich deshalb kurzer Hand entschieden, in meinem Tischtennisverein eine Fundraising-Aktion zu diesem Zwecke durchzuführen. Mein Ziel dabei war es, möglichst viele Leute im Verein dazu zu bewegen alte Schläger und andere Tischtennisausrüstung wie Beläge, Hölzer, Bälle, Netze oder Trikots zu spenden.

Nach ein paar Wochen, in den ich viel Werbung über Plakate und Emails gemacht hatte, und viele Leute im Training angesprochen hatte, war ich zunächst etwas enttäuscht über die Resonanz im Verein.  Das änderte sich schlagartig, wie als hätte ein Schalter nur umgelegt werden müssen.

Auf einmal mal kamen die Leute in Scharen und brachten mir ihre alte Tischtennisausrüstung. Mir ist es außerdem gelungen zwei Tischtennisfachgeschäfte Matchball aus Darmstadt  und Sport Schreiner Tischtennis aus Völklingen  für meine Aktion zu begeistern. So habe ich auch hier beachtlichen Sachspenden und große Unterstützung bekommen.

Gegen Ende konnte ich mich vor Schlägerspenden kaum retten, sodass meine Fundraising-Aktion doch noch ein voller Erfolg wurde. Viele Leute aus meinem Verein lernte ich so auf eine ganz andere Art kennen. Einige Kollegen haben auch in anderen Vereinen und Trainingsgruppen für mich gesammelt. Die Unterstützung und die Faszination für meine Idee haben mich sehr gefreut und auch ein bisschen bewegt. Ein Beispiel möchte ich geben. Ein Kollege aus dem Verein habe während eines Punktspiels von meiner Aktion erzählt. Er fand das toll, was ich mache und meinte er hätte ein „ganzes Arsenal an Schlägern“, das er nicht mehr brauche. Im nächsten Training bräuchte er mir dann zwei große Taschen mit 13 Schlägern und dutzenden Belägen mit. Ich war natürlich begeistert… damit hatte nicht gerechnet. Meine Sammlung wuchs und wuchs also sehr schnell…

Letztendlich kann sich die Bilanz, finde ich, durchaus sehen lassen. Ich konnte 61 Schläger, 3 Netze, 220 Bälle, einige Trikots und vieles, vieles mehr zu sammeln. Wer sich etwas mit Tischtennis auskennt, weiß, dass es sich dabei um ein kleines Vermögen handelt. Zwischen den Jahren habe ich dann zwei große Umzugskarton mit Tischtennisausrüstung nach Indien geschickt, die hoffentlich auch dann schon da sind, wenn ich Anfang Januar ankomme.

Mit der neuen Ausrüstung wird den Kindern das Tischtennis-Spielen sicherlich deutlich mehr Spaß machen und ihre Technik kann sich durch die besseren Schläger bestimmt gut weiterentwickeln.

Eine lustige Sache ist mir dabei noch passiert. Es ist verboten Tischtennisbälle mit Flugzeug zu verschicken, da diese angeblich leicht entzündlich sind. Dann werde ich die Bälle wohl im Handgepäck mitnehmen, auch kein Problem.

Am Ende möchte ich mich, auch im Namen der Kinder aus Indien, bei allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich bedanken. Ich wusste, dass ich auf die Unterstützung der vielen netten Leute aus der Tischtennisabteilung des SV Darmstadt 98 setzen kann!

Vielen Dank auch an die Tischtennisabteilung des TSV Nieder-Ramstadt und von Viktoria Dieburg.

Ein besonderer Dank geht natürlich auch an das Team vom Matchball Darmstadt und an das Team vom Sport Schreiner Tischtennisartikel aus Völklingen. Ohne Euch hätte ich die Kinder nicht in diesem Maße unterstützen können …

Nun hoffe ich, dass die Kinder von den neuen Schlägern profitieren werden und ihren Spaß daran haben …

Weihnachtsgrüße aus dem Teeland Assam

Vielleicht erinnern Sie sich: Auf unserer Projektreise im September hatte ich unweit von Gologhat (Assam) die Gelegenheit eine der vielen großen Teeplantagen zu besuchen. Wir konnten uns auch mit den Teepflückerinnen und ihren Kindern unterhalten und so aus erster Quelle erfahren, wie das Teepflücken und die ersten Verarbeitungsschritte der Teeblätter funktionieren. Wir haben das dann auch gleich selber ausprobiert.  Ich war überrascht, wie  viel Geschick und Ausdauer die Ernte von den Pflückerinnen erfordert.  Der niedrige Lohn von weniger als einem Euro pro Tag für 25 Kilogramm Teeblätter hat mich da richtig schockiert – bei uns würde dafür niemand so hart arbeiten. Auch das Tragen des Erntekorbes habe ich ausprobiert -  ich würde das nicht besonders lange durchhalten, insbesondere in dem schwül-heißen Klima.

Von dort kommt der würzige, begehrte Assam-Tee. Nach einem aufwändigen Herstellungsprozess wird der Tee in die ganze Welt verkauft.

Childaid Network ist eine Kooperation mit dem Teehaus Ronnefeldt eingegangen. Das Teehaus unterstützt Schulprojekte in Assam und hilft bei einem Projekt, das den kleinen Teebauern besseres Einkommen und damit verbesserte Lebensbedingungen ermöglichen soll.

Erstmals wird nun auch gemeinsam fair gehandelter Tee importiert und über Childaid Network verkauft.  Mit anderen Helfern haben Benedikt und ich heute eifrig die Teedosen mit Aufklebern vorbereitet und für den Verkauf vorbereitet – Schon bei der Entwicklung der Projekt-Flyer konnten wir mithelfen. Nun hoffen wir auf einen guten Verkauf. Der Erlös aus dem Verkauf der 3000 Teedosen kommt direkt den Schulprojekten für Kinder in Assam zu Gute.

Vielleicht brauchen Sie ja noch ein kleines Geschenk für Kunden, Nachbarn, Freunde oder Verwandte und wollen damit die Botschaft verbinden, dass man mit wenig viel Gutes bewirken kann? Einfach bei Childaid anrufen oder eine eMail schicken an bestellungen@childaid.net und die gewünschte Anzahl von Geschenkdosen geht auf den Weg.

Die Mithilfe in diesem Projekt hat mir sehr viel Spaß bereitet.

 

Ereignisreiche erste Woche

(Über-)Leben in Guwahati

Wir haben mittlerweile recht gut gelernt in Guwahati zu leben. Die Stadt an sich ist ein gigantisches Gewirr aus Menschen, Straßenhändlern, Marktständen Rikschas, Bussen, Autos und Tieren wie Kühen, Schweinen, Ziegen, Pferden und vereinzelt auch Elefanten. Und mitten drin befinden wir uns. Sich in Guwahati zu orientieren mag eine Kunst für sich sein. Einzelne Stellen und Kreuzungen kann man sich jedoch schon merken, was eine große Hilfe darstellt wenn man am richtigen Ort aus Bus, Tracker oder Autorikscha aussteigen möchte. Im Bus ist es immer kuschelig und im Gang muss man beim Stehen den Kopf einziehen, wenn man über 1,80m groß ist. Auch beim Tracker fahren sind 16 Leute in einem Jeep durchaus normal. Sich mit indischen Verkehrsmitteln fortzubewegen ist also immer amüsant! Auch zu Fuß haben wir schon ein paar schöne Ecken erkundet, wie zum Beispiel “Fancy Bazar”, eine Art Markt- und Shopping-Viertel. Hier kann man von Klamotten, Lebensmitteln über Schuhe und Stoffe alles kaufen, was man braucht. Es gibt sogar Leute, die einem gegen Geld die Ohren putzen. Bei Regen bekommt man mit Pech auch eine Gratis-Dusche von einem der Standdächer… Felicitas ist schon in diesen Genuss gekommen.

Besuch bei First Convocation of Assam Don Bosco University

Vor ein paar Tagen hatten wir zudem die Möglichkeit bei der feierlichen Entlassung des ersten Abschlussjahrgangs der Assam Don Bosco University dabei zu sein. Wir hörten einige Reden von Politikern und anderen Personen und haben die Absolventen getroffen. Anschließend gab es noch einen kleinen Imbiss.

Singing Competition in Paltan Bazar

Am vergangenen Mittwoch ist Martin (mit Silke von Accenture) zu uns gestoßen. An diesem Abend wurde in Paltan Bazar die neue Sound-Anlage mit einer Singing Competition angeweiht. Es traten einige Gruppen aus den verschiedenen aus den Snehalaya-Heimen gegen einander an. Es war ein sehr bunter Abend, an dem alle Kinder sichtlich ihren Spaß hatten.

Bootstour auf dem Brahmaputra

Am Sonntag folgte dann ein weiteres Highlight: Für alle Kinder, Betreuer und Freiwilligen stand ein “River Cruise” auf dem Brahmaputra auf dem Programm. An Deck wurde getanzt, gesungen und gespielt. Es gab Torte und Getränke. Leider fiel die Fahrt auf Grund von Hochwasser etwas kleiner aus…

Auch die Projekte in den Heimen starteten

Benedikt und ich haben gestern in Dhirenpara angefangen Fußball- und Karatetrainig zu geben. Es hat mir sehr viel Freude bereitet mit den Kindern Doppelpass und Dribbling zu trainieren. Die Kinder sind dabei richtig aufgeblüht. Die Sprachbarriere war “spielend” leicht überwunden. Beim Karatetraining mit Benedikt haben sich Kinder weiter verausgabt und wollten gar nicht aufhören. Mit lauten “Thank you, Thank you”-Rufen wurden wir in Dhirenpara verabschiedet. Wir können es kaum erwarten weiter mit den Kinder zu arbeiten…