Cricket, der beste Sport der Welt

So steht es zumindest auf der Webseite, auf welcher ich versucht habe die Regeln zu lernen.

Es gibt so viele verschiedene Sportarten und meistens gibt es immer irgendjemanden, der diese Sportart nicht mag, nur bei Cricket sind sich alle Jungs im Ila einig. Sie lieben Cricket. Kaum ein Tag vergeht, an dem sie nicht ihre Würfe und Schläge trainieren. Daher ist dies die beste Sportart für ein großes Ila-Snehalaya-Match.

Am Sonntag, nach einigen Besorgungen (Cricketschläger, Cricketbälle, diese drei Stäbe, die entweder Wicket oder Stam heißen und natürlich Preise), sind wir nach dem Frühstück, damit es während des Spiels nicht zu heiß ist, auf das Feld vor dem Ila gegangen und Baby Baido und ich haben die Gruppen eingeteilt. Die Jungs haben wir nach der Größe Aufgestellt und wie in der Schule “Eins, Zwei, Eins, Zwei,..” durchgezählt, damit die Teams fair eingeteilt sind. Baby und ich waren Schiedsrichter, alle Jungs haben gespielt und die Aftercare Mädchen sowie einige Jungs aus Dhirenpara, die früher im Ila wohnten, haben am Rand gestanden und fleißig angefeuert. Das Anfeuern führte zu einem meiner Lieblingsmomente: Nachdem Avijit einen 4 runs gescored hat vollendete er diesen mit einer Radwende. Leider habe ich kein Foto davon. Der Endstand lautete 60 zu 59 für das Team, welches als zweites Geschlagen hat.

Zurück im Ila gab es dann eine kurze Siegerehrung, bei welcher jeder ein Spielzeugauto bekommen hat. Danach gab es eine Stärkung in Form von Bogorie und Chicken Tandoori. Tasty Arebaba!

Senehor Senehor Snehalaya – Snehalaya Day

Am 10. Januar sind alle Snehalayas zur Don Bosco School in Pan Bazar gefahren, um die Gründung von Snehalaya zu feiern. Es war ein riesiges Fest mit Kirmesspielen am Vormittag und einem ausgefallenen kulturellen Programm am Nachmittag. Nur die Vorbereitungen waren doch sehr zeitaufwendig und anstrengend, aber die Kinder haben es genossen und das macht die ein oder andere schlaflose Nacht vergessen.

Aber jetzt von Anfang an: Bereits im November hat Father Solomon mich in das Spieleteam eingetragen. Mit Sarahs und Tatjans Hilfe habe ich mir acht verschiedene Spiele ausgedacht und eine Liste erstellt mit allen Mitteln, die für die Durchsetzung benötiget werden. Als Father Solomon vom scouts camp zurück gekommen ist konnten wir die Sache gemeinsam angehen. Ich habe tatkräftige Unterstützung y einigen Jungs aus Dhirenpara und Paltan Bazar bekommen.  In den vier Tagen vorm Snehalaya Day haben wir die Materialien für die Spiele organisiert, das Konzept den Freiwilligen Helfern von Childfriendly Guwahati erklärt,Geschenkespenden als Preise für die Spiele aufgetrieben und eine Nacht haben meine Sisters, die Baidos und ich damit verbracht die Wertmarken auf die einzelnen Heime aufzuteilen. Nur morgens hatte ich eine halbe Stunde, um mit meinen Jungs unseren Tanz zu üben, denn ich musste immer früh los und kam erst spät abends nach Hause, wenn die Kinder bereits im Bett waren und dann bin ich nochmal zum Aftercare Hostel rüber gegangen, um mit Bobita ihren Text zu üben, da sie Moderatorin sein sollte.

Nach Father Lukoses Gottesdienst am Morgen bin ich eine Stunde vor Beginn des Programms an der Don Bosco School angekommen und habe mit den Aufbauarbeiten angefangen. Eine Stunde war leider nicht genug Zeit. Weil ich die ganze Zeit rumgerannt bin, habe ich leider die Eröffnung mit Flagge hießen und Prayer verpasst. Jeder Gast hat 5 Spielecoupons und 6 Essenscoupons bekommen, doch mir, die ich den Vormittag am Preisestad verbracht habe, kam es so vor, als ob es eine unendliche Menge an Spielecoupons gäbe. Aber wie bereits gesagt, die Kiddies hatten einen riesigen Spaß und das ist ja was zählt. Nach dem Mittagessen fing dann das Kulturprogramm an. Die Highlights für mich waren die Zirkusshow von den Auxilium Kidern, der Tanz von meinen Jungs und die Tänze von Dhirenpara und Paltan Bazar. Um 5 Uhr war es dann zu ende.

Brother Prasad hat extra für diesen Tag ein Lied namens “Senehor Snehalaya” geschrieben:

Senehor, senehor Snehalaya

Snehalaya, Haus der Liebe

Ami phal paon

Wir lieben dich

Senehor nigora borboloi dhore

Wie Wasser soll sich diese Liebe verbreiten

Hokolore monopran upparsaboloi

Jeder Mensch sollte einen frohen Geist haben

Wie gesagt für mich war der Tag und auch die Tage davor sehr sehr stressig, aber als ich dann am Abend die Kinder gefragt habe, wie sie es fanden und fast alle mit strahlenden Augen “very good”, “so nice” und “beautiful” gesagt haben, wusste ich, dass sich er ganze Aufwand voll und ganz gelohnt hat.

 

Weltkindertag

Am 14. November war Weltkindertag. Auf Grund der erfolgreichen Halloweenparty am Ersten des Monats, bei deren Planung und Umsetzung ich auch involviert war, haben mich Sister Monica und Sister Sheba gebeten ein Programm für den Weltkindertag zu organisieren. Also habe ich mich mit unseren Baidos Josmin und Baby zusammen gesetzt und mit ihnen zusammen ein Konzept erstellt. Am Donnerstagmorgen habe ich mich in die Küche gestellt und habe wieder Schokopudding gekocht, nur dieses Mal für nur halb so viele wie bei der Halloweenparty. Nachdem die Kinder im Bett waren fingen die Vorbereitungen erst richtig an. Wir haben Luftballons aufgeblasen und aufgehängt und die Preise für die verschiedenen Spiele eingepackt und aufgeteilt.
Am Freitagmorgen um 5:30 Uhr, als wir aus unseren Zimmern rauskamen, hörte ich wie die Kinder erstaunt „BALLOONS“ riefen. Da war ihnen klar, dass wir an diesem Tag etwas Besonderes mit ihnen vor hatten. Wir haben erst mal etwas Sport gemacht. Wir sind zunächst über den Hof gejoggt. Danach kamen andere Übungen, wie Kniebeugen oder eine fiese Armmuskelübung, die ich noch vom Judo kenne. Zuletzt haben wir uns dann noch etwas gedehnt, bis wir dann Frühstücken gegangen sind. Danach haben wir dann sofort mit dem Programm angefangen. Topfschlagen war das erst Spiel. Es war recht schwierig im Vorfeld dieses Spiel Josmin und Baby zu erklären und die ersten paar Kinder hatten auch so ihre Probleme, aber je mehr wir es gespielt haben, desto mehr haben sie es verstanden. Die Jungs fanden es super. Sie kannten es vorher noch nicht. Die englische Übersetzung „hit the saucepan“ fanden aber alle als Namen für das Spiel nicht gerade optimal. „Gorom Tanda“ (Heiß Kalt) kam am besten an, da wir alle es ja auch während des Spiels über das Grundstück geschrien haben. Das zweite Spiel war Torwandschießen. Das vorzubereiten war doch relativ schwierig, aber am Ende haben wir zwei Fahrradreifen an einem der Tore befestigt, und da ich ja ein KarmaRider bin, passte das auch sehr gut. Das Torwandschießen sahen die Jungs als eine große, spannende Herausforderung. Es war das erste Mal, dass sie es gemacht haben, aber garantiert nicht das letzte Mal. Als drittes haben sie ein typisch indisches Spiel gespielt, was als Nichtteilnehmer sehr lustig anzuschauen ist: nur mit den Händen, ohne sie zu berühren, müssen die Teilnehmer eine Wasserflasche, die ein zwei Meter von dem Wassereimer entfernt steht, mit Wasser füllen. Da es eines der beliebtesten Spiele der Halloweenparty war, haben wir nochmal das Flaschenkegeln gemacht. Das war das geplante Programm für die Jungs. Von den Mädchen aus dem Aftercare Programm, die in ihrem eigenen Haus auf dem Ila Gelände wohnen, hatten nur sehr wenige Lust an „Reise nach Jerusalem“ oder „Zeitungstanz“ teilzunehmen. Auf Grund dessen durften die Jungs dann mit den wenigen Mädchen, die da waren, doch noch beim „Luftballontanz“ mitmachen. Alle hatten riesigen Spaß. Nach dem Rosenkranzbeeten gab es die Preisverleihung, zu der sogar alle Aftercare-Girls kamen. Keiner ist leer ausgegangen.
Sowohl für die Kinder, als auch für mich, war es ein wunderbarer Tag. Das muss ich auf jeden Fall wiederholen, nur bis dann brauche ich ein paar neue deutsche Spiele.

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Die zweite dritte Woche – endlich angekommen und eine nasse Überraschung

Angelie beim Umzug ins HaupthausSo sieht Hochwasser in Indien aus.

So langsam kommt zu mindestens für mich Routine in das Leben hier. Da wir nun alle in den Snehalayas sind, in die wir gehören, kommen wir hier endlich richtig an.

Meine Jungs im Ila sind einfach zum klauen. Es ist zwar immer sehr laut hier, aber ich hatte mir das vorher immer lauter vorgestellt. Zur Zeit leben hier 24 Jungs von 4 bis 13 Jahren, sowie drei sehr schwer behinderte Mädchen und noch fünf weitere Mädchen, die noch zur Schule gehen. Das Afercare Hostel für Mädchen, welches sich auf dem Ila Gelände befindet, beherbergt zur Zeit 16 Mädchen, die sich so in unserem Alter befinden.

In der zweiten Woche hier in Guwahati mussten Sarah, Tatjana und ich für unseren Geschmack zu oft nach Paltan Bazar fahren, um uns zu registrieren, was heute auch endlich fertig geworden ist. Jeden Tag sind wir mit dem Bus oder per Trucker zum Snehalaya Childrights Centre gefahren, um immer wieder irgendwelche neuen Formulare auszufüllen und hochzuladen. In der zweiten Woche musste Sarah ins Krankenhaus, aber es geht ihr wieder gut. Wer dazu Näheres  erfahren will kann gerne Tatjanas Blogeintrag zu dem Abenteuer Indisches Krankenaus lesen: http://india-die-zahl-fuenf.blogspot.in/2014/09/der-erste-schock-ist-uberwunden.html

Die dritte Woche war vor allem für mich ein sehr spannendes Erlebnis. Am Montag hatte es schon angefangen sehr heftig zu regnen. Am Dientstag Morgen, als ich dann in mein Badezimmer wollte, stand ich auf einmal knöcheltief im Wasser. Bis Donnerstag gab es eigentlich kein Entkommen mehr aus dem Ila, und selbst dann musste man durch das Feld schwimmen, das vor dem Ila liegt. Wir haben das Beste draus gemacht und habe die schulfreie Zeit genutzt um in der ersten Etage (das Erdgeschoss war ja unterwasser) miteinander zu spielen und unsere neue Katze “Pussy” auf das leben im Snehalaa vorzubereiten. Als wir dann am Donnerstag mit den ersten Aufräumarbeiten fertig waren, die übrigens sehr viel Spaß machen, sind wir auf dem Hof schwimmen gegangen. Mittlerweile können wir das Ila auch wieder so verlassen, dass nur noch unsere Füße nass werden. Auf Grund der ganzen Feuchtigkeit sind viele der Kinder (ich eingeschlossen) krank geworden. Übelkeit und Fieber kursieren herum. Mir geht es wieder gut, und nur noch zwei oder drei der Jungs haben leicht erhöhte Temperatur.

Alles in Allem lässt sich von meinen zwei vergangenen Wochen sagen, dass es auf jeden Fall abenteuerlich war, und dass mich die Jungs jetzt sogar noch mehr mögen, da ich mich zum Trottel gemacht habe, indem ich mich beim Saubermachen mehrmals lang gemacht habe, aber trotzdem nicht aufgegeben habe. Wir haben sehr viel gelacht.