Weihnachten in Snehalaya Auxilium!

Sarah und ich haben schon im Oktober angefangen, darüber nachzudenken, was wir unseren süßen kleinen Auxiliumkindern zu Weihnachten schenken sollten. Etwas Nützliches sollte dabei sein, etwas zum spielen, etwas zum naschen, das volle Paket eben.

Das Ergebnis unserer Überlegungen: Eine Weihnachtsmannmütze gefüllt mit einer Unterhose, einem Accessoire (je nach Alter Nagellack, Armband oder Haarspange), einem Luftballon, vielen vielen Wollfäden zum Freundschaftsbändchen knüpfen, einer kleinen Tafel Schokolade und einem sehr lustigen Plastik-Quietsch-Hund. Bei der Gelegenheit sind wir auch noch unsere restlichen Bonbons von der Halloweenparty losgeworden.

Aber das eigentliche Geschenk war nichts gekauftes! Nein, seit dem 22. Oktober waren wir dabei, für jedes Kind eine Schmusepuppe zu nähen! Selfmade versteht sich!Hier nur kurz die Einzelschritte, um zu zeigen, was wir 2 Monate lang nachts so getrieben haben:

1. Schablone herstellen
2. Schablone auf Stoff abzeichnen und ausschneiden
3. Ausgeschnittene Puppenseiten zusammen nähen
4. Puppen mit Watte befüllen
5. Socken für Köpfe mit Watte füllen
6. Gesichter aufmalen
7. Perücke nähen
8. Perücke aufnähen
9. Haarbänder schneiden
10. Kopf frisieren
11. Kopf auf den Körper nähen

Es war eindeutig mehr Arbeit als gedacht aber am Ende war dann doch alles kurz vor Weihnachten fertig und konnte am 25.12. verschenkt werden.

Dafür versammelten sich alle Kinder vor dem großen Tannenbaum und gemeinsam riefen wir nach Santa Claus. Begleitet von einer Spezial-Musik-Einlage kam Santa-Sarah im Kostüm die Treppe runter und verteilte an jedes Kind seine ganz persönliche Weihnachtmannmütze und Schmusepuppe in seiner Lieblingsfarbe.

Die Freude war riesig und für jeden war etwas dabei. Die Schmusepuppen wurden halb platt geschmust, die Schokolade gegessen, Nägel lackiert, Freundschaftsbändchen geknüpft und so weiter. Es war nur eine Frage der Zeit bis Mala ihrer Puppe die Unterhose zu unserer Belustigung angezogen hat.

Außerdem sind die Geschenke, die wir bei der Pre-Christmas-Party für den Actionsong verwendet haben, als Common Gifts auch offiziell in den Besitz von Snehalaya Auxilium übergegangen. Zusätzlich, und unter dem Aspekt der Bewegungsförderung, haben wir einen Basketballkorb aufgehängt, der sofort fleißig benutzt wurde.

Die Freude der Kinder über diese tollen Geschenke hat uns mal wieder gezeigt, wofür wir so viel gearbeitet haben.

38 Kinder dekorieren EINEN Weihnachtsbaum!

Während in Deutschland schon seit Wochen Weihnachtsmärkte geöffnet haben und jeder spätestens seit dem vierten Advent in Weihnachtsstimmung ist, wollte diese bei uns bis heute noch nicht richtig aufkommen. Die Temperaturen sprechen einfach gegen Weihnachten!

Um diesem Umstand ein wenig entgegen zu wirken, haben Sarah und ich schon sehr früh beschlossen, zumindest einen traditionellen Weihnachtsbaum in Snehalaya Auxilium auf zu stellen und haben schon im Vorfeld einen riesigen Plastikbaum besorgt und mit den kleinsten unserer Kinder eine sehr lange Girlande und Aufhängfiguren gebastelt.

Heute war es dann soweit. Heute sollte der Baum aufgestellt und dekoriert werden. Damit auch alle Kinder involviert waren, haben wir uns überlegt, die einzelnen Schritte von kleinen Gruppen abarbeiten zu lassen. Während die anderen Kinder alle TV-Time hatten, haben wir uns so nach und nach alle Kinder rausgesucht und einen wunderschönen Weihnachtsbaum aufgestellt.

Zu erst einmal musste jeder einzelne Tannenbüschel des 2,40 m Baumes aus einer Plastikfolie befreit und danach alle 4 Einzelteile zusammengesteckt werden. Beim Auspacken “puschelten” die Zweige auf, was Jesmin, Mala, Sonu, Saddum und Krish jedes Mal ein “Ohhhhhh!” entlockte. Das Zusammenstecken haben Sarah und ich allein schon wegen der Höhe und dem Gewicht übernommen aber die 5 Kinder fanden das Resultat ihrer Arbeit sehr “beautiful”!

Als der Baum dann stand war die bunte selbstgebastelte Girlande dran. Shakuntola und Puja haben dieses wunderschöne Unikat sehr liebevoll drapiert und auch immer schön geschaut, dass die Abstände gleich waren.

Danach war die obligatorische Bling-Bling- Lichterkette dran, die Renu und Moni ganz konzentriert auseinander gefriemelt und aufgehängt haben.

Der letzte Schritt vor dem eigentlichen Aufhängen war dann noch eine silberne Girlande. Rosmita und Sibani waren ein ganzes Stück zu klein, um oben an den Baum zu kommen, sodass Yo Yo Honey Singh die Barrel eingesetzt wurde, um sie als überdimensionaler Hocker um etwa einen Meter größer zu machen. Danach haben die beiden auch noch die selbst gebastelten Sterne, Kerzen, Tannenbäume und anderen Dekofiguren aufgehängt.

Dann waren endlich auch die Kugeln dran! Priamoni, Mongu, Rakha, Meena, Sonia und Anjana haben sich jeder eine Farbe ausgesucht und den Baum damit dekoriert. Weil sie oben nicht dran kamen, wurden sie des öfteren von uns hochgehoben, um auch ganz oben die wunderschönen Plastikkugeln aufhängen zu können.

Die ganze Zeit sprangen unsere kleinsten Kinder um den Baum herum und wollten auch endlich mal etwas machen. Nun waren sie endlich an der Reihe. Für Yjoti, Sourob, Payel, Ranjeet, Sanjana, Sumon und Jamuna hatten wir uns etwas ganz besonderes aufgespart. Wir hatten neben den vielen bunten Kugeln auch schöne bunte Sterne besorgt. Von denen erhielt nun jedes Kind eine Figur und durfte sie an den Baum hängen. Diese kleinen wuseligen Kinder waren plötzlich ganz brav und hingen ihren Stern ganz konzentriert auf, um dann stolz das Resultat zu begutachten und sich riesig zu freuen!

Mina, Ajush, Resmi, Sagurika, Bonti, Bishal, Puja und Anita hatten während der Dekorations-Aktion leider keine Aufgabe bekommen aber dafür durften sie dann bei der großen Weihnachtsbaum- Einweihungs-Party den Baum mit Sprühschnee besprühen, um ihm auch den letzten winterlichen Schliff zu geben. In dieser Aktion sind viele sehr lustige Fotos entstanden und es gab viel Geschrei als Sarah den letzten Rest der Sprühdose dazu verwendete, um eine kleine Schaumparty zu veranstalten!

Für die Kinder war es ein schönes Erlebnis zu sehen, was man erreichen kann, wenn jeder dazu beiträgt und für uns war es einfach eine wunderschöne Zeit und auch toll zu sehen, dass sich während dieser stundenlangen Arbeit keines der Kinder gestritten hat und alle die Arbeit der Anderen respektiert haben.

First Unicycle made in India

Ein Meilenstein ist erreicht! Nach 3 Wochen, in denen ich viele, viele Meetings mit einem Fahrradteile-Laden und einem Mechaniker hatte, ist es vollbracht: Das erste Einrad made in India!

Zur Vorgeschichte: Zusätzlich zu unseren Aufgaben in Snehalaya, sollten wir versuchen, einen Weg zu finden, Einräder vor Ort in Indien herstellen zu lassen.
Der Hintergrund: Einrad ist in Indien unbekannt. Das heißt, es gibt hier auch keine Läden, zu denen man gehen kann. Die Kinder in Snehalaya sind unglaublich talentiert und wurden von den Waldonis super ausgebildet, wodurch sie bei verschiedenen Events als Aushängeschild von Snehalaya auf dem Einrad eine einzigartige Show abliefern. Das Problem ist nur, dass 50 Kinder sich zur Zeit 9 Einräder teilen und viel üben, wodurch die Einräder, die wir letztes Jahr mit viel Mühe importiert haben, inzwischen zum Teil echt schlimm aussehen. Und das ständige Importieren ist auch keine Lösung.

Viele, viele Freiwillige vor uns sind an dieser Aufgabe gescheitert und nun sollten wir unser Glück versuchen. Unser erstes Treffen mit Father Benny aus Maligaon (einer Ausbildungsstätte für Schweißer) verlief so, dass er uns eher ausgelacht hat, als dass er ernsthaft glaubte, dass wir es schaffen könnten. Dadurch wurde unser Ehrgeiz aber nur noch mehr geweckt! Nachdem ich von einem der Ausbilder einen Kontakt zu einem Fahrradladen in Guwahati erhalten hatte, bin ich samt Anleitung und Einrad hingefahren und habe es in Auftrag gegeben, das erste Einrad Nord-Ost-Indiens! Natürlich hatten diese Leute keine Ahnung, was ich von ihnen wollte. Ein Fahrrad mit nur einem Rad, ohne Lehrlauf und das vorwärts UND rückwärts fahren sollte? Was soll das sein? Aber nachdem ich ihnen gezeigt habe, wie es funktionieren soll, meinten sie selbstbewusst, dass es in einer Woche fertig wäre…. Aus der einen wurden drei Wochen und viele Treffen aber: Es ist vollbracht und das ist das wichtigste!

Wir repräsentieren Snehalaya beim Children Day!

Bekanntermaßen sind die Jungs aus Dhirenpara besonders talentiert, was jede Form von Sport angeht. So natürlich auch im Bereich Circus. (Hier ein großes Lob an die herausragende Vorarbeit aller Waldonis!) Seit diesem Jahr gibt es in Dhirenpara einen neuen Heimleiter- Father Salomon. Er ist unglaublich ambitioniert und hat es sich in den Kopf gesetzt, seine Jungs bei jeder Gelegenheit auftreten zu lassen, um die Bekanntheit von Snehalaya zu steigern.
Da war der nationale Children Day am letzten Fritag natürlich die perfekte Gelegenheit! So habe ich eine Woche vorher den Auftrag erhalten, eine phänomenal-geniale Show zu basteln.
Nach einer Woche Nachmittagstraining und einem Generalprobenabend mit semimotivierten Jungs stand dann endlich eine Show, von der ich halbwegs überzeugt war. Das Problem an den Jungs ist, dass sie so viel besser wären, wenn sie es schaffen würden, sich zu motivieren! Aber für Circusunerprobte sollte es reichen.
Die Show war dann abends im Cotton College in Pan Bazar. In einer übervollen Aula lieferten wir neben den ganzen Tanz- und Gesangsperformances eine super Show ab. Unsere Aufgabe hier ist es natürlich auch, bei der Öffentlichkeitsarbeit von Snehalaya zu helfen. Da ist es natürlich ein besonderer Hingucker, wenn eine weiße Frau mit 12 indischen Heimkindern angekündigt und von allen in Indien begrüßt wird, und dann auch noch auf der Bühne auftaucht und sogar mitmacht! Aus Erzählungen von Father Salomon weiß ich, dass während unserer Show ganz indienuntypisch ALLE Augen (und Kameras) auf die Bühne und auf uns gerichtet waren. Der Father war begeistert und titulierte unsere Show als “fantastic” und “first class”.
Was wir nicht wussten: Ohne es zu merken, traten wir vor dem Minister of Social Affairs auf, der dem Father Lukose später seine Glückwünsche aussprach und die Show sehr lobte!
Fazit: Ziel erreicht! Snehalaya hat sich super präsentiert!

Leider gibt es (zur Zeit) noch keine Fotos von der Show aber ich arbeite daran, welche zu finden!

Die erste Woche – Alles neu

 

Am Dienstag morgen, 9.9.2014 sind Maureen, Sarah und ich am Flughafen in Guwahati gelandet. Dort wurden wir in Empfang genommen und ins Jyoti, ein Heim für ältere Mädchen, gebracht. Hier durften wir eine Woche lang wohnen und uns relativ entspannt an Guwahati und alles was dazu gehört gewöhnen.

Aber keine Sorge: wir haben keinen Urlaub gemacht! Wir haben diese Woche genutzt, um uns alles anzuschauen, jedes Heim zu besuchen, verschiedene Menschen kennenzulernen und haben auch schon die ein oder andere Aufgabe erhalten!

Außerdem haben wir, wie man auf unserem ersten Blogeintrag sehen kann, die Vorzüge von indischer Kleidung kennengelernt und auf unserer Tour durch alle Heime auch gleich die verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel wie zB. Bus, Tracker und Auto (liebevoll auch Tuck-Tuck genannt) kennen und zum Teil lieben gelernt.

Hier mal eine kleine Kurzzusammenfassung der ersten Woche in Guwahati:

09.09.2014:

-1.Mal Snehalaya Yjoti
-1. Gespräch mit Father Lukose

10.09.2014:

-1. Mal Paltan Bazar
- Regestration in Indien

11.09.2014:

-1. mal shoppen
-Passfotos in Indien

12.09.2014:

-1. Mal Ila, Übergabe von 5 Jugendlichen in das Aftercareprogramm von                          Snehalaya                                                                                                                      -1. Mal Dhirenpara, Feierlichkeit zu Ehren einer Spenderin
-Maureen zieht ins Ila

13.09.2014:

-Indische SIM-Karten! Endlich mobil!
-1. Mal Auxilium

14.09.2014:

-Teilnahme und Preise abräumen der Jyoti- Mädchen bei einem                                        Wettbewerb in Hatigaon

15.09.2014:

-1. Mal im Child Friendly Guwahati (CFG) Office
- Sarah und ich ziehen nach Auxilium- alle Freiwilligen haben ihr Ziel                               erreicht!