Senehor Senehor Snehalaya – Snehalaya Day

Am 10. Januar sind alle Snehalayas zur Don Bosco School in Pan Bazar gefahren, um die Gründung von Snehalaya zu feiern. Es war ein riesiges Fest mit Kirmesspielen am Vormittag und einem ausgefallenen kulturellen Programm am Nachmittag. Nur die Vorbereitungen waren doch sehr zeitaufwendig und anstrengend, aber die Kinder haben es genossen und das macht die ein oder andere schlaflose Nacht vergessen.

Aber jetzt von Anfang an: Bereits im November hat Father Solomon mich in das Spieleteam eingetragen. Mit Sarahs und Tatjans Hilfe habe ich mir acht verschiedene Spiele ausgedacht und eine Liste erstellt mit allen Mitteln, die für die Durchsetzung benötiget werden. Als Father Solomon vom scouts camp zurück gekommen ist konnten wir die Sache gemeinsam angehen. Ich habe tatkräftige Unterstützung y einigen Jungs aus Dhirenpara und Paltan Bazar bekommen.  In den vier Tagen vorm Snehalaya Day haben wir die Materialien für die Spiele organisiert, das Konzept den Freiwilligen Helfern von Childfriendly Guwahati erklärt,Geschenkespenden als Preise für die Spiele aufgetrieben und eine Nacht haben meine Sisters, die Baidos und ich damit verbracht die Wertmarken auf die einzelnen Heime aufzuteilen. Nur morgens hatte ich eine halbe Stunde, um mit meinen Jungs unseren Tanz zu üben, denn ich musste immer früh los und kam erst spät abends nach Hause, wenn die Kinder bereits im Bett waren und dann bin ich nochmal zum Aftercare Hostel rüber gegangen, um mit Bobita ihren Text zu üben, da sie Moderatorin sein sollte.

Nach Father Lukoses Gottesdienst am Morgen bin ich eine Stunde vor Beginn des Programms an der Don Bosco School angekommen und habe mit den Aufbauarbeiten angefangen. Eine Stunde war leider nicht genug Zeit. Weil ich die ganze Zeit rumgerannt bin, habe ich leider die Eröffnung mit Flagge hießen und Prayer verpasst. Jeder Gast hat 5 Spielecoupons und 6 Essenscoupons bekommen, doch mir, die ich den Vormittag am Preisestad verbracht habe, kam es so vor, als ob es eine unendliche Menge an Spielecoupons gäbe. Aber wie bereits gesagt, die Kiddies hatten einen riesigen Spaß und das ist ja was zählt. Nach dem Mittagessen fing dann das Kulturprogramm an. Die Highlights für mich waren die Zirkusshow von den Auxilium Kidern, der Tanz von meinen Jungs und die Tänze von Dhirenpara und Paltan Bazar. Um 5 Uhr war es dann zu ende.

Brother Prasad hat extra für diesen Tag ein Lied namens “Senehor Snehalaya” geschrieben:

Senehor, senehor Snehalaya

Snehalaya, Haus der Liebe

Ami phal paon

Wir lieben dich

Senehor nigora borboloi dhore

Wie Wasser soll sich diese Liebe verbreiten

Hokolore monopran upparsaboloi

Jeder Mensch sollte einen frohen Geist haben

Wie gesagt für mich war der Tag und auch die Tage davor sehr sehr stressig, aber als ich dann am Abend die Kinder gefragt habe, wie sie es fanden und fast alle mit strahlenden Augen “very good”, “so nice” und “beautiful” gesagt haben, wusste ich, dass sich er ganze Aufwand voll und ganz gelohnt hat.

 

Weihnachten in Snehalaya Auxilium!

Sarah und ich haben schon im Oktober angefangen, darüber nachzudenken, was wir unseren süßen kleinen Auxiliumkindern zu Weihnachten schenken sollten. Etwas Nützliches sollte dabei sein, etwas zum spielen, etwas zum naschen, das volle Paket eben.

Das Ergebnis unserer Überlegungen: Eine Weihnachtsmannmütze gefüllt mit einer Unterhose, einem Accessoire (je nach Alter Nagellack, Armband oder Haarspange), einem Luftballon, vielen vielen Wollfäden zum Freundschaftsbändchen knüpfen, einer kleinen Tafel Schokolade und einem sehr lustigen Plastik-Quietsch-Hund. Bei der Gelegenheit sind wir auch noch unsere restlichen Bonbons von der Halloweenparty losgeworden.

Aber das eigentliche Geschenk war nichts gekauftes! Nein, seit dem 22. Oktober waren wir dabei, für jedes Kind eine Schmusepuppe zu nähen! Selfmade versteht sich!Hier nur kurz die Einzelschritte, um zu zeigen, was wir 2 Monate lang nachts so getrieben haben:

1. Schablone herstellen
2. Schablone auf Stoff abzeichnen und ausschneiden
3. Ausgeschnittene Puppenseiten zusammen nähen
4. Puppen mit Watte befüllen
5. Socken für Köpfe mit Watte füllen
6. Gesichter aufmalen
7. Perücke nähen
8. Perücke aufnähen
9. Haarbänder schneiden
10. Kopf frisieren
11. Kopf auf den Körper nähen

Es war eindeutig mehr Arbeit als gedacht aber am Ende war dann doch alles kurz vor Weihnachten fertig und konnte am 25.12. verschenkt werden.

Dafür versammelten sich alle Kinder vor dem großen Tannenbaum und gemeinsam riefen wir nach Santa Claus. Begleitet von einer Spezial-Musik-Einlage kam Santa-Sarah im Kostüm die Treppe runter und verteilte an jedes Kind seine ganz persönliche Weihnachtmannmütze und Schmusepuppe in seiner Lieblingsfarbe.

Die Freude war riesig und für jeden war etwas dabei. Die Schmusepuppen wurden halb platt geschmust, die Schokolade gegessen, Nägel lackiert, Freundschaftsbändchen geknüpft und so weiter. Es war nur eine Frage der Zeit bis Mala ihrer Puppe die Unterhose zu unserer Belustigung angezogen hat.

Außerdem sind die Geschenke, die wir bei der Pre-Christmas-Party für den Actionsong verwendet haben, als Common Gifts auch offiziell in den Besitz von Snehalaya Auxilium übergegangen. Zusätzlich, und unter dem Aspekt der Bewegungsförderung, haben wir einen Basketballkorb aufgehängt, der sofort fleißig benutzt wurde.

Die Freude der Kinder über diese tollen Geschenke hat uns mal wieder gezeigt, wofür wir so viel gearbeitet haben.

Snehalaya Pre-Christmas

Viele Sisters, Brothers, Fathers, Staff und mehr als 200 tolle, hübsche Kinder auf einem Haufen – Das kann nur ein Snehalaya Familientreffen sein! Am 19. Dezember fand im Snehalaya Dhirenpara die lange herbeigesehnte Pre-Christmas Feier statt.
Schon morgens machten sich unsere Auxilium Kinder daran, sich schön anzuziehen und die Haare zu machen. In den neuen Sweatshirts, die es von Snehalaya zu Weihnachten gab, ging es auf zum Bus, der uns alle nach Dhirenpara bringen sollte. Schon hier fing der große Spaß an, denn wie oft fahren unsere Knirpse schon mit so einem großen Bus? Es wurde nur kurz gebetet, dann aber gesungen, gespielt, Fotos und Quatsch gemacht.
In Dhirenpara angekommen wurde zuerst die aufwendig gestaltete Weihnachtsdekoration und die von den  Dhirenpara Jungs in tagelanger Arbeit selbstgebaute Krippe bestaunt! 
Solange wir auf die anderen Kinder warteten, unterhielten wir die Rasselbande mit Singen, Tanzen und Blödsinn machen. Als dann auch alle anderen Heime angekommen waren, konnte das offizielle Programm endlich beginnen. Nach einem Welcome Song einiger Dhirenpara Jungs und einer tollen Ansprache von Father Lukose folgten weitere Items von den verschiedenen Heimen. Ein paar Jungs aus Ila und einige der Beltola Mädchen tanzten. Auch Raju Ali (16) aus Dhirenpara hatte mit ein paar der kleineren Jungs einen „Fun-Dance“ einstudiert und begeisterte damit alle Anwesenden. Die Night Shelter Jungs aus Paltan Bazar präsentierten einen Song und dann waren da schließlich noch unsere Kinder, die den mit uns einstudierten Weihnachts-Action-Song erster Klasse ablieferten! Dafür hatten wir uns eine kleine Überraschung ausgedacht: Wie der Titel „What do you want for christmas?“ schon sagt, wünschen sich die Kinder im Lied immer unterschiedliche Sachen. Wir probten dies mit ein bisschen Theaterspielen, sodass immer drei Kinder zu Santa Sarah kamen, um SO ZU TUN als würden sie ein Geschenk bekommen. Was sie nicht wussten – bei der Pre-Christmas Feier hatte Santa Sarah einen echten Sack mit Geschenken dabei und überreichte Barbies, Bälle, Teddybären, Bikes und Aeroplanes. Die Freude (und auch die Verwirrung) war riesig!
Anschließend wurden offiziell die Geschenke von Snehalaya an Staff und Kinder verteilt und natürlich durfte auch hier ein Besuch vom echten Santa Claus nicht fehlen. Als es dann Essen gab wurde die Veranstaltung lockerer und die Kinder durften rumlaufen, sich alles anschauen und ein bisschen spielen. Es war schön zu sehen, dass sich die Geschwisterkinder zum Beispiel endlich wieder sahen. Manche haben sich zu Anfang unseres Aufenthaltes im September das letzte mal gesehen…

Als der Nachmittag langsam anbrach, ging es wieder zurück in die einzelnen Heime und die Busfahrt nach Auxilium war deutlich ruhiger als die Hinfahrt. Eines nach dem anderen schliefen vor allem die Kleinsten im Bus ein. Erschöpfung verursacht von einer Menge Spaß und einem tollen Weihnachtsfest!

38 Kinder dekorieren EINEN Weihnachtsbaum!

Während in Deutschland schon seit Wochen Weihnachtsmärkte geöffnet haben und jeder spätestens seit dem vierten Advent in Weihnachtsstimmung ist, wollte diese bei uns bis heute noch nicht richtig aufkommen. Die Temperaturen sprechen einfach gegen Weihnachten!

Um diesem Umstand ein wenig entgegen zu wirken, haben Sarah und ich schon sehr früh beschlossen, zumindest einen traditionellen Weihnachtsbaum in Snehalaya Auxilium auf zu stellen und haben schon im Vorfeld einen riesigen Plastikbaum besorgt und mit den kleinsten unserer Kinder eine sehr lange Girlande und Aufhängfiguren gebastelt.

Heute war es dann soweit. Heute sollte der Baum aufgestellt und dekoriert werden. Damit auch alle Kinder involviert waren, haben wir uns überlegt, die einzelnen Schritte von kleinen Gruppen abarbeiten zu lassen. Während die anderen Kinder alle TV-Time hatten, haben wir uns so nach und nach alle Kinder rausgesucht und einen wunderschönen Weihnachtsbaum aufgestellt.

Zu erst einmal musste jeder einzelne Tannenbüschel des 2,40 m Baumes aus einer Plastikfolie befreit und danach alle 4 Einzelteile zusammengesteckt werden. Beim Auspacken “puschelten” die Zweige auf, was Jesmin, Mala, Sonu, Saddum und Krish jedes Mal ein “Ohhhhhh!” entlockte. Das Zusammenstecken haben Sarah und ich allein schon wegen der Höhe und dem Gewicht übernommen aber die 5 Kinder fanden das Resultat ihrer Arbeit sehr “beautiful”!

Als der Baum dann stand war die bunte selbstgebastelte Girlande dran. Shakuntola und Puja haben dieses wunderschöne Unikat sehr liebevoll drapiert und auch immer schön geschaut, dass die Abstände gleich waren.

Danach war die obligatorische Bling-Bling- Lichterkette dran, die Renu und Moni ganz konzentriert auseinander gefriemelt und aufgehängt haben.

Der letzte Schritt vor dem eigentlichen Aufhängen war dann noch eine silberne Girlande. Rosmita und Sibani waren ein ganzes Stück zu klein, um oben an den Baum zu kommen, sodass Yo Yo Honey Singh die Barrel eingesetzt wurde, um sie als überdimensionaler Hocker um etwa einen Meter größer zu machen. Danach haben die beiden auch noch die selbst gebastelten Sterne, Kerzen, Tannenbäume und anderen Dekofiguren aufgehängt.

Dann waren endlich auch die Kugeln dran! Priamoni, Mongu, Rakha, Meena, Sonia und Anjana haben sich jeder eine Farbe ausgesucht und den Baum damit dekoriert. Weil sie oben nicht dran kamen, wurden sie des öfteren von uns hochgehoben, um auch ganz oben die wunderschönen Plastikkugeln aufhängen zu können.

Die ganze Zeit sprangen unsere kleinsten Kinder um den Baum herum und wollten auch endlich mal etwas machen. Nun waren sie endlich an der Reihe. Für Yjoti, Sourob, Payel, Ranjeet, Sanjana, Sumon und Jamuna hatten wir uns etwas ganz besonderes aufgespart. Wir hatten neben den vielen bunten Kugeln auch schöne bunte Sterne besorgt. Von denen erhielt nun jedes Kind eine Figur und durfte sie an den Baum hängen. Diese kleinen wuseligen Kinder waren plötzlich ganz brav und hingen ihren Stern ganz konzentriert auf, um dann stolz das Resultat zu begutachten und sich riesig zu freuen!

Mina, Ajush, Resmi, Sagurika, Bonti, Bishal, Puja und Anita hatten während der Dekorations-Aktion leider keine Aufgabe bekommen aber dafür durften sie dann bei der großen Weihnachtsbaum- Einweihungs-Party den Baum mit Sprühschnee besprühen, um ihm auch den letzten winterlichen Schliff zu geben. In dieser Aktion sind viele sehr lustige Fotos entstanden und es gab viel Geschrei als Sarah den letzten Rest der Sprühdose dazu verwendete, um eine kleine Schaumparty zu veranstalten!

Für die Kinder war es ein schönes Erlebnis zu sehen, was man erreichen kann, wenn jeder dazu beiträgt und für uns war es einfach eine wunderschöne Zeit und auch toll zu sehen, dass sich während dieser stundenlangen Arbeit keines der Kinder gestritten hat und alle die Arbeit der Anderen respektiert haben.

S-Speed, S-Speed!

Seit gestern hängt Walter, der Autoreifen, als Schaukel bei Tatjana und mir im Auxilium Snehalaya an der Decke! Schon am Anfang haben wir gemerkt, dass die Kinder zwischen 4 und 12 Jahren hier wenige Spiele und Platz für Bewegung haben. Daraufhin setzten wir uns als Ziel hier ein wenig Bewegung reinzubringen!
Wieder sind wir ein Stück weiter – Wir haben eine Schaukel! Die Kinder haben riesigen Spaß daran und stehen zum ersten Mal ruhig in einer Reihe und warten darauf, dass sie dran sind, um sich auf und im Reifen super schnell – s-speed, s-speed -im Kreis zu drehen und zu schaukeln. Walter wird dem Heim neben Yo-Yo Honey Singh, dem Ölfass, hoffentlich lange Zeit erhalten bleiben und viel Spaß bringen! Eine Investition, die sich auf jeden Fall gelohnt hat. Alleine schon das Lachen der Kinder zu sehen, wenn sie auf der neuen Schaukel schaukeln, ist jeden Rupie für den Reifen wert!

First Unicycle made in India

Ein Meilenstein ist erreicht! Nach 3 Wochen, in denen ich viele, viele Meetings mit einem Fahrradteile-Laden und einem Mechaniker hatte, ist es vollbracht: Das erste Einrad made in India!

Zur Vorgeschichte: Zusätzlich zu unseren Aufgaben in Snehalaya, sollten wir versuchen, einen Weg zu finden, Einräder vor Ort in Indien herstellen zu lassen.
Der Hintergrund: Einrad ist in Indien unbekannt. Das heißt, es gibt hier auch keine Läden, zu denen man gehen kann. Die Kinder in Snehalaya sind unglaublich talentiert und wurden von den Waldonis super ausgebildet, wodurch sie bei verschiedenen Events als Aushängeschild von Snehalaya auf dem Einrad eine einzigartige Show abliefern. Das Problem ist nur, dass 50 Kinder sich zur Zeit 9 Einräder teilen und viel üben, wodurch die Einräder, die wir letztes Jahr mit viel Mühe importiert haben, inzwischen zum Teil echt schlimm aussehen. Und das ständige Importieren ist auch keine Lösung.

Viele, viele Freiwillige vor uns sind an dieser Aufgabe gescheitert und nun sollten wir unser Glück versuchen. Unser erstes Treffen mit Father Benny aus Maligaon (einer Ausbildungsstätte für Schweißer) verlief so, dass er uns eher ausgelacht hat, als dass er ernsthaft glaubte, dass wir es schaffen könnten. Dadurch wurde unser Ehrgeiz aber nur noch mehr geweckt! Nachdem ich von einem der Ausbilder einen Kontakt zu einem Fahrradladen in Guwahati erhalten hatte, bin ich samt Anleitung und Einrad hingefahren und habe es in Auftrag gegeben, das erste Einrad Nord-Ost-Indiens! Natürlich hatten diese Leute keine Ahnung, was ich von ihnen wollte. Ein Fahrrad mit nur einem Rad, ohne Lehrlauf und das vorwärts UND rückwärts fahren sollte? Was soll das sein? Aber nachdem ich ihnen gezeigt habe, wie es funktionieren soll, meinten sie selbstbewusst, dass es in einer Woche fertig wäre…. Aus der einen wurden drei Wochen und viele Treffen aber: Es ist vollbracht und das ist das wichtigste!

Wir repräsentieren Snehalaya beim Children Day!

Bekanntermaßen sind die Jungs aus Dhirenpara besonders talentiert, was jede Form von Sport angeht. So natürlich auch im Bereich Circus. (Hier ein großes Lob an die herausragende Vorarbeit aller Waldonis!) Seit diesem Jahr gibt es in Dhirenpara einen neuen Heimleiter- Father Salomon. Er ist unglaublich ambitioniert und hat es sich in den Kopf gesetzt, seine Jungs bei jeder Gelegenheit auftreten zu lassen, um die Bekanntheit von Snehalaya zu steigern.
Da war der nationale Children Day am letzten Fritag natürlich die perfekte Gelegenheit! So habe ich eine Woche vorher den Auftrag erhalten, eine phänomenal-geniale Show zu basteln.
Nach einer Woche Nachmittagstraining und einem Generalprobenabend mit semimotivierten Jungs stand dann endlich eine Show, von der ich halbwegs überzeugt war. Das Problem an den Jungs ist, dass sie so viel besser wären, wenn sie es schaffen würden, sich zu motivieren! Aber für Circusunerprobte sollte es reichen.
Die Show war dann abends im Cotton College in Pan Bazar. In einer übervollen Aula lieferten wir neben den ganzen Tanz- und Gesangsperformances eine super Show ab. Unsere Aufgabe hier ist es natürlich auch, bei der Öffentlichkeitsarbeit von Snehalaya zu helfen. Da ist es natürlich ein besonderer Hingucker, wenn eine weiße Frau mit 12 indischen Heimkindern angekündigt und von allen in Indien begrüßt wird, und dann auch noch auf der Bühne auftaucht und sogar mitmacht! Aus Erzählungen von Father Salomon weiß ich, dass während unserer Show ganz indienuntypisch ALLE Augen (und Kameras) auf die Bühne und auf uns gerichtet waren. Der Father war begeistert und titulierte unsere Show als “fantastic” und “first class”.
Was wir nicht wussten: Ohne es zu merken, traten wir vor dem Minister of Social Affairs auf, der dem Father Lukose später seine Glückwünsche aussprach und die Show sehr lobte!
Fazit: Ziel erreicht! Snehalaya hat sich super präsentiert!

Leider gibt es (zur Zeit) noch keine Fotos von der Show aber ich arbeite daran, welche zu finden!

Halloween Party

Am letzten Samstag war es dann so weit. Die große Halloween Party die Tatjana und ich für drei der Snehalaya Heime (120 Kinder) organisiert hatten fand endlich statt! 
Schon im Laufe der letzten Woche stimmten wir unsere Auxilium Kinder auf Halloween ein. Bastelten Fledermäuse, malten Bilder, schnitzen Kürbisse und studierten mit ihnen einen Monster-Song zu Halloween ein. Am Samstag war dann der große Tag gekommen.
Bereits morgen brachen wir mit viel Gepäck auf nach Dhirenpara, wo die Party steigen sollte. Angekommen begannen wir sofort mit den Vorbereitungen als da wären Dekoration, Spielstationen aufbauen, Pudding kochen und vieles mehr. Es gab genug zu tun um uns zu beschäftigen bis die ersten Kinder um 16 Uhr ankamen. Nur mit der Hilfe der großen Dhirenpara Jungs war es uns überhaupt möglich rechtzeitig fertig zu werden. Als gegen halb fünf die letzten Kinder kamen war die Runde komplett und wir konnten anfangen. Auxilium präsentierte den eingeübten Song, die Ila und Dhirenpara Jungs tanzten. Anschließend ging es auch schon los mit dem Stationenlauf. Alle Kinder hatten viel Spaß zusammen und haben sich riesig gefreut Geschwister und Freunde aus anderen Heimen wieder zu sehen. Die größten haben auf die kleinsten aufgepasst und gemeinsam wurde viele tolle Spiele absolviert. Vor allem aber viele Süßigkeiten abgeräumt! 
Nach den Spielen tanzten alle zusammen den Faltu-Dance, einen Tanz, der von einem Mädchen aus Snehalaya ausgedacht wurde und nun an alle Snehalaya Kinder weitergegeben wird um ihn gemeinsam beim großen Snehalaya Tag im Januar zu tanzen. Diese kleine Probe dafür sah schon mal super aus, alle haben mitgetanzt! 

Als Abschluss des Abends gab es in der Atmosphäre der leuchtenden Pumpkins und Öllampen ein großes Abendessen. Natürlich gab es Reis und Gemüse aber das Highlight des Menüs war definitiv unser „Gruselwasser“ in rot, grün und braun und der Nachtisch – Friedhofserde Schokopudding mit Keksschicht! 
Nicht nur die Kinder waren begeistert von diesem Nachmittag, nein auch wir Volunteers hatten unglaublich viel Spaß und wissen, dass sich die Arbeit definitiv gelohnt hat!

Handwashing Song

Da neulich der internationale Tag des Händewaschens war, hatte Father Lukose die Idee, dass man (also Tatjana und ich) eine allgemeine Handwasch-Aktion mit allen Kindern unseres Heims Auxilium einführen könnte um die Wichtigkeit von Hygiene zu verdeutlichen.
Gesagt, getan: Um das ganze spielerisch zu vermitteln, schrieben Tatjana und ich spontan einen Handwashing Song zu der Melodie von Bruder Jakob. Zu allem was gesungen wird gibt es dann eine Bewegung (hier heißt das allgemein Action Song) damit die Kinder lernen ihre Hände richtig zu waschen.

Hier ist das Meisterwerk:

Wash your hands
before you eat
Dunk them into water
Splash, Splash, Splash

Soap your hands
Schuwidu
Make sure everywhere is soap
soap, soap, soap

Scrub your hands
one, two, three
and between the fingers
scrub, scrub, scrub

Rub your nails
against your hand
All the dirt is gone now
rub, rub, rub

Wash your hands
with water now
Dunk them into water
splash, splash, splash

Dry your hands
take a clean towel
after that you’re finished
show your hands!

Gestern haben wir es mit den Kindern zum ersten Mal gesungen und gemeinsam alle 76 Hände gewaschen. 38 Kinder, 5 Wassereimer, 5 Stück Seife – ein amüsanter Anblick. Für uns war es am schönsten zu sehen, wie die Kinder sich hinterher gefreut haben, wie toll ihre Hände nach Seife gerochen haben. Bis gestern haben sie sich immer nur mit Wasser die Hände gewaschen, was uns ziemlich krass vorkam wenn man bedenkt, wo diese Hände den ganzen Tag über überall sind und was die Kinder alles damit machen.

Wir werden ab jetzt immer vor dem Essen mit den Kindern eine große gemeinsame Handwasch-Action machen damit sie lernen wie wichtig es ist Hände zu waschen. Außerdem lernen die Kinder wieder ein paar neue englische Wörter und verbessern beim Singen automatisch ihr Sprachgefühl.

Ab jetzt heißt es also drei mal täglich: Handwashing Song!

Child Friendly Guwahati

Kleines Update: Seit zwei Wochen nun schon arbeiten wir nicht mehr nur noch bei Snehalaya sondern auch bei Child Friendly Guwahati. Die Organisation bringt – kurz gesagt – vormittags in knapp 40 Zentren, die in ganz Guwahati verteilt sind, Straßenkinder zusammen um gemeinsam Spiele zu spielen, etwas zu essen, zu tanzen und zu lernen. Die Kinder sollen so motiviert werden, vom Straßenleben weg in einen irgendwann geregelten Alltag zu finden und vielleicht sogar noch zur Schule gehen zu können.
Wir waren zwei mal mit CFG in einem Park mit unglaublich tollem Spielplatz  um den Tag dort mit Kindern zu verbringen. Nach ein bisschen auspowern wurde dann gemeinsam ein Picknick gemacht und die Kinder haben, wie immer einmal im Monat, neue Anziehsachen bekommen. Außerdem haben alle Kinder zusammen gemalt, die Jungs hatten das Motto „Most important thing in my life“, die Mädels „Best moment in my life“. Die Bilder die dabei rausgekommen sind, haben uns zum Teil beeindruckt, zum Teil aber auch berührt.

Wir werden nun drei mal die Woche vormittags in den Centern von CFG arbeiten und hoffentlich noch viele Geschichten von den Kindern erfahren.