Endlich mal richtig austoben!

Im Snehalaya Auxilium, wo Tatjana und ich wohnen, ist leider sehr wenig Platz für die 38 kleinen, wuseligen Kinder, die nichts anderes wollen als spielen, rennen und toben. Am letzen Sonntag gingen wir deshalb mit den Kindern auf die große Wiese nebenan. Das Grundstück grenzt direkt an und trotzdem muss man jedes Mal zehn Minuten laufen um durch den Eingang auf das Feld zu gelangen. Schon einmal wurde wohl versucht einen direkten Durchgang zu organisieren – vergeblich. Wir überlegen nun zusammen mit Father Lukose, ob man das ganze Thema durch eine kleine Vorführung der Kinder für alle wichtigen Personen nicht erneut anstoßen kann. Wir haben für unsere Kinder bunte Springseile gemacht und einen kleinen Fußball organisiert. Sobald sie auf dem Feld waren ging es dann auch direkt richtig los und man konnte allen ansehen wie sehr sie es genossen einfach mal herum zu toben ohne Angst zu haben nach fünf Metern wieder vor einer Wand zu stehen. Wir haben mit den Kindern Ball gespielt, sind mit ihnen Springseil gesprungen, Räder geschlagen, Handstände gemacht und haben mit ihnen Blödsinn gemacht. Es war wirklich mal eine schöne Abwechslung zum vielen Lernen für die Schule. Wir haben es sehr genossen und auch die Kinder hatten super viel Spaß, vor allem mit den Springseilen! Als nächstes werden wir also den Bestand an Springseilen weiter ausbauen.

IMG_2379 IMG_2352 IMG_2351

Eine Woche im Snehalaya Dhirenpara

Nach einer anstrengenden Woche haben wir jetzt wieder ein bisschen Zeit, um über die vergangenen Tage zu berichten. Bereits am vorletzten Samstag haben Tatjana und ich nach einem erfolgreichen Einkauf von Reifenschläuchen angefangen, Rolas für die Kinder im Auxilium aber auch für die anderen Heime zu bauen. Rola ist ein Circusgenre und besteht aus einem Brett, das quer über einer Rolle liegt. Darauf wird balanciert und man kann verschiedene Tricks machen. Die Rohre und Bretter mit einer indischen Säge vom Nachbarn durchzusägen und die Seitenstücke mit indischen Nägeln, die bereits verrostet sind, wenn man sie kauft, zu befestigen, war eine Aufgabe, die wir nach einiger Zeit doch relativ erfolgreich meisterten! Wie erwartet kamen die Rolas unglaublich gut an. Die Kinder hatten viel Spaß damit und lernten schnell neue Tricks.
Die Woche vom 29.09. bis zum 05.10. verbrachten wir alle drei zusammen mit unseren neuen Rolas im Snehalaya Dhirenpara, wo wir während der Puja-Ferien mit den Jungs Circus machten. Für einen gemeinsamen Abend mit allen Kindern und eingeladenen Gästen studierten einige der Jungs zwei kleine Nummern ein, die sie dann präsentierten. In dieser Woche hatten wir alle viel Spaß und die Jungs nahmen uns abends mit raus, um uns das Puja-Fest zu zeigen. Als Tatjana und ich am Montag wieder im Auxilium ankamen, freuten sich unsere Kinder sehr uns weiterzusehen und es gab erst einmal eine große Knuddel-Aktion! Nun haben wir bis zum 16.10. Zeit, um erst einmal einige organisatorische Dinge zu erledigen, da unsere Kinder Exams haben, lernen müssen und somit leider gar keine Zeit für Circus haben. Wir wollen die Zeit möglichst produktiv nutzen!

Die zweite dritte Woche – endlich angekommen und eine nasse Überraschung

Angelie beim Umzug ins HaupthausSo sieht Hochwasser in Indien aus.

So langsam kommt zu mindestens für mich Routine in das Leben hier. Da wir nun alle in den Snehalayas sind, in die wir gehören, kommen wir hier endlich richtig an.

Meine Jungs im Ila sind einfach zum klauen. Es ist zwar immer sehr laut hier, aber ich hatte mir das vorher immer lauter vorgestellt. Zur Zeit leben hier 24 Jungs von 4 bis 13 Jahren, sowie drei sehr schwer behinderte Mädchen und noch fünf weitere Mädchen, die noch zur Schule gehen. Das Afercare Hostel für Mädchen, welches sich auf dem Ila Gelände befindet, beherbergt zur Zeit 16 Mädchen, die sich so in unserem Alter befinden.

In der zweiten Woche hier in Guwahati mussten Sarah, Tatjana und ich für unseren Geschmack zu oft nach Paltan Bazar fahren, um uns zu registrieren, was heute auch endlich fertig geworden ist. Jeden Tag sind wir mit dem Bus oder per Trucker zum Snehalaya Childrights Centre gefahren, um immer wieder irgendwelche neuen Formulare auszufüllen und hochzuladen. In der zweiten Woche musste Sarah ins Krankenhaus, aber es geht ihr wieder gut. Wer dazu Näheres  erfahren will kann gerne Tatjanas Blogeintrag zu dem Abenteuer Indisches Krankenaus lesen: http://india-die-zahl-fuenf.blogspot.in/2014/09/der-erste-schock-ist-uberwunden.html

Die dritte Woche war vor allem für mich ein sehr spannendes Erlebnis. Am Montag hatte es schon angefangen sehr heftig zu regnen. Am Dientstag Morgen, als ich dann in mein Badezimmer wollte, stand ich auf einmal knöcheltief im Wasser. Bis Donnerstag gab es eigentlich kein Entkommen mehr aus dem Ila, und selbst dann musste man durch das Feld schwimmen, das vor dem Ila liegt. Wir haben das Beste draus gemacht und habe die schulfreie Zeit genutzt um in der ersten Etage (das Erdgeschoss war ja unterwasser) miteinander zu spielen und unsere neue Katze “Pussy” auf das leben im Snehalaa vorzubereiten. Als wir dann am Donnerstag mit den ersten Aufräumarbeiten fertig waren, die übrigens sehr viel Spaß machen, sind wir auf dem Hof schwimmen gegangen. Mittlerweile können wir das Ila auch wieder so verlassen, dass nur noch unsere Füße nass werden. Auf Grund der ganzen Feuchtigkeit sind viele der Kinder (ich eingeschlossen) krank geworden. Übelkeit und Fieber kursieren herum. Mir geht es wieder gut, und nur noch zwei oder drei der Jungs haben leicht erhöhte Temperatur.

Alles in Allem lässt sich von meinen zwei vergangenen Wochen sagen, dass es auf jeden Fall abenteuerlich war, und dass mich die Jungs jetzt sogar noch mehr mögen, da ich mich zum Trottel gemacht habe, indem ich mich beim Saubermachen mehrmals lang gemacht habe, aber trotzdem nicht aufgegeben habe. Wir haben sehr viel gelacht.

Die erste Woche – Alles neu

 

Am Dienstag morgen, 9.9.2014 sind Maureen, Sarah und ich am Flughafen in Guwahati gelandet. Dort wurden wir in Empfang genommen und ins Jyoti, ein Heim für ältere Mädchen, gebracht. Hier durften wir eine Woche lang wohnen und uns relativ entspannt an Guwahati und alles was dazu gehört gewöhnen.

Aber keine Sorge: wir haben keinen Urlaub gemacht! Wir haben diese Woche genutzt, um uns alles anzuschauen, jedes Heim zu besuchen, verschiedene Menschen kennenzulernen und haben auch schon die ein oder andere Aufgabe erhalten!

Außerdem haben wir, wie man auf unserem ersten Blogeintrag sehen kann, die Vorzüge von indischer Kleidung kennengelernt und auf unserer Tour durch alle Heime auch gleich die verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel wie zB. Bus, Tracker und Auto (liebevoll auch Tuck-Tuck genannt) kennen und zum Teil lieben gelernt.

Hier mal eine kleine Kurzzusammenfassung der ersten Woche in Guwahati:

09.09.2014:

-1.Mal Snehalaya Yjoti
-1. Gespräch mit Father Lukose

10.09.2014:

-1. Mal Paltan Bazar
- Regestration in Indien

11.09.2014:

-1. mal shoppen
-Passfotos in Indien

12.09.2014:

-1. Mal Ila, Übergabe von 5 Jugendlichen in das Aftercareprogramm von                          Snehalaya                                                                                                                      -1. Mal Dhirenpara, Feierlichkeit zu Ehren einer Spenderin
-Maureen zieht ins Ila

13.09.2014:

-Indische SIM-Karten! Endlich mobil!
-1. Mal Auxilium

14.09.2014:

-Teilnahme und Preise abräumen der Jyoti- Mädchen bei einem                                        Wettbewerb in Hatigaon

15.09.2014:

-1. Mal im Child Friendly Guwahati (CFG) Office
- Sarah und ich ziehen nach Auxilium- alle Freiwilligen haben ihr Ziel                               erreicht!

Hallo ihr Lieben,
wir sind die drei neuen Volunteers von Childaid Network! Wir möchten uns kurz vorstellen:

Die erste im Bunde ist Tatjana Niedenthal, 21 Jahre alt aus Darmstadt. Sie arbeitet neben ihrem Studium zur Sozialarbeiterin im Circus Projekt Waldoni und hat letztes Jahr zusammen mit anderen Waldonis bereits ein dreiwöchiges Circus-Projekt in Indien durchgeführt und möchte dies gerne dieses Jahr für längere Zeit wiederholen.

Nummer zwei ist Maureen Salamon, 18 Jahre alt aus Duisburg. Im Juni hat Maureen ihr Abitur erfolgreich gemeistert und möchte nun zuerst einmal etwas praktisches, soziales machen bevor sie ihr Lehramtstudium für Englisch und Physik aufnimmt. Maureen ist seit zwei Jahren Mitglied der Karma-Riders und möchte im Ila ein Foto- und ein Chor-Projekt mit den Kindern machen.

Last but not least – Meine Wenigkeit. Mein Name ist Sarah Sommer, 18 Jahre alt aus Schmitten, nähe Frankfurt. Anfang des Jahres habe ich mein Abitur gemacht und möchte nun die Zeit danach nutzen um das umzusetzen was seit drei Jahren geplant war. Ich arbeite seit 5 Jahren im Amguri-Projekt mit, einer Schul-AG von Childaid Network. Für mich ist es toll all die Kinder von den Fotos nun live zu sehen und Tatjana in ihrem Circus-Projekt zu unterstützen

Wir sind am Dienstag, 09.09.14, in Guwahati angekommen und freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit vielen tollen Kindern und Erlebnissen hier!
Ihr werdet von uns hören :) DSCN0292

Khatm

05 BowlingGut dreieinhalb Monate im Dhirenpara gegen langsam aber sicher zu Ende [Khatm; Hindi: fertig]. Unsere Bilanz fällt absolut positiv aus:

Die Kinder sind uns mit ihrer offenen und direkten Art sehr schnell ans Herz gewachsen. Vom ersten Tag an hat uns das Fußball- und tischtennisspielen mit den Jungs sehr viel Spaß gemacht. Auf dem Feld und an der Platte konnten wir uns sportlich messen und so richtig verausgaben. Im Laufe der Zeit konnte man auch einen guten Trainingseffekt erkennen. Die Jungs haben von der neuen Ausrüstung und dem regelmäßigen Training stark profitiert. Beim Sport haben wir auch die Namen sehr schnell gelernt und hatten so keinerlei Probleme bei der Integration.

Über die Zeit waren von Sportprojekten, über das Bauen neuer Fußballtore bis hin zu Künstlerischem viel verschieden und abwechslungsreiche Aktionen dabei. Zwar gab es dabei ab und an Herausforderung zu meistern, doch im Großen und Ganzen hat alles gut geklappt.

Mit den Jungs haben wir uns sehr gut verstanden und sie sind uns alle sehr ans Herz gewachsen. Es freut uns zu sehen, dass viele Fortschritte gemacht haben beim Englisch sprechen, im Sport oder auch in Sachen Disziplin und “Sozialverhalten”. Ich denke das ist das Wichtigste, dass sich die Jungs weiterentwickelt haben.

Zum Abschluss unserer Zeit hier im Dhirenpara haben wir dieses Wochenende für die Jungs gekocht. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce. Beim Tomatenschneiden und Nudeln kochen wurden wir von den Jungs gut unterstützt. Das Nudelnessen an sich war ein mittleres Spektakel und die Töpfe ratzfatz leer geputzt. So war es für alle ein leckeres Abendessen.

Gestern haben wir dann noch eine Spiele-Olympiade veranstaltet. Die Jungs wurden in sechs Gruppen eingeteilt und sollten an fünf Stationen Aufgaben erfüllen. Die Stationen waren Tauziehen, Bowling, Eierlauf, Basketball und “Kuli-Versenken”. Nach anfänglichen Problemen war es eine lustige Sache bei der alle Kinder ihren Spaß hatten. Anschließend haben wir noch Süßigkeiten und Erinnerungsfotos verteilt und noch in der großen Gruppe ein Spiel gemacht. Dafür haben sich alle einen Luftballon ums Fußgelenk geknotet und versucht die der anderen zu zertreten. Das war noch mal eine Gaudi.

Wir hoffen die nächste Generation Freiwilliger hat eine genauso schöne und unvergessliche Zeit in Guwahati und führt den Volunteers-Blog weiter…

Besuch im Makaibari Tea Estate

02 Teeplantagen-TourZum Abschluss unseres 4-tägigen Darjeeling-Besuchs haben Benedikt und ich das Makaibari Tea Estate in Kurseong besucht. Makaibari ist ein neuer Projektpartner von Childaid Network und produziert, wer hätte es gedacht, Darjeeling-Tee.

Das Unternehmen Makaibari zeichnet sich dadurch aus, dass der produzierte Tee zu 100% bio-organisch ist und deshalb auch die Teeplantagen in ökologischer Balance gehalten werden (d. h. es wird auf  Pestizide o. Ä. verzichtet). Die Mitarbeiter von Makaibari leben in den umliegenden 7 Dörfern und werden in Sachen Gesundheit, Bildung der Kinder, Altersvorsorgen und Lebensmittel vom Arbeitgeber also Makaibari unterstützt. Das ist einmalig im Vergleich zu den übrigen Herstellern von Darjeeling-Tee.

Benedikt und ich haben uns durch die Tee-Plantagen und die Fabrik führen lassen. Es war sehr interessant zu erfahren, wie der Tee-Herstellungsprozess im Detail funktioniert. Die Mitarbeiter waren sehr nett und haben uns alle Fragen ausführlich beantwortet. Später haben wir noch mit dem Inhaber persönlich eine Tee-Tasting-Session gehabt. Das war unser persönliches Highlight. Es gibt doch tatsächlich grüne Tees, die nach Mango oder Traube schmecken… es war eine sehr schönes Erlebnis Makaibari zu besuchen.

Hygiene macht Spaß

Das durften in der vergangenen Woche 36 Straßenmädchen am eigenen Leib erfahren. Gemeinsam mit einer Hand voll Helfern von Operation Smile hat Snehalaya ihr monatliches Straßenmädchen-Camp gehalten. Wie üblich wurden die großen und kleinen Damen, die am Rande der Bahngleise in den Slums wohnen, morgens Daheim abgeholt und mit dem Snehalayabus zu uns gefahren. Hier durften sie sich dann erst mal eine Runde austoben und ausgiebig mit den ganzen „Foreigners“ aus Amerika, Schweden und Deutschland schmusen, selbst die dreizehn bis vierzehn jährigen Mädels hängen sich einem an den Hals und klammern sich wie kleine Äffchen fest, wenn man versucht, sie wieder abzusetzen. Das zeigt, wie viel Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit diese Mädchen brauchen, die sie sonst in ihrem harten Alltag nicht bekommen.
Viele von den Kindern waren nicht zum ersten Mal hier und es hat mich besonders gefreut, dass die eine oder andere sogar noch meinen Namen wusste. Die „alten Hasen“ zeigten den Neulingen auch gleich, wie so ein Camp läuft; nach dem Spielen wird sich gewaschen und dann bekommt jedes Kind ein neues Outfit. Vor dem Mittagessen haben wir diesmal eine Lerneinheit zum Thema Hygiene gemacht. Christy, eine der Amerikanerinnen von Operation Smile hat der Gruppe erst mal ein paar allgemeine Fragen gestellt, ob sie wüssten, wann man sich die Hände waschen müsse und wann es Zeit zum Zähneputzen sei. Mich hat schockiert, dass zwar alle wussten, dass die Hände vor und nach dem Essen zu reinigen sind, aber ich in ratlose Gesichter geblickt habe, als Ambrose den Mädchen übersetzt hat, dass dieses Ritual auch nach dem Toilettengang auszuführen sei.
Dann folgte der spannende Teil, zuerst wurden Trockenübungen ohne Seife und Wasser gemacht, um zu zeigen, wie die Hände und Zähne wirklich sauber werden. Christy erklärte den Kindern, dass sie jedes Mal beim Händewaschen ein Lied singen sollen. „I wanted to make them sing the birthday song but then I realised that they probably don’t know the birthday song”, meinte sie hinterher zu mir. Traurigerweise kennen die meisten der Kinder nicht einmal ihr eigenes Geburtsdatum, also wurde kurzerhand ein berühmtes Lied aus einem Bollywood Film gesungen. Nachdem die Theorie geklärt war, wurden ein paar Seifen verteilt und jede durfte es einmal selbst ausprobieren.
Im Anschluss an das  reichliche Mittagessen mit Reis, Daal, Hühnchen und Kartoffeln haben wir dann noch mit vereinten Kräften Finger- und Fußnägel lackiert und Bindis (die Ornamente, die sich die Inderinnen immer auf die Stirn kleben) auf 36 Köpfen verteilt. Frisch gestärkt und reichlich beschenkt, jedes Mädchen erhielt eine kleine Geschenktüte mit Seife, Zahnbürste, Zahnpaste und Haarklammern, verließen die Straßenkinder Ila am Nachmittag wieder. Ich stand noch eine Zeit lang am Tor, um ihnen zu winken, mit der Hoffnung in mir, dass sie das Gelernte in ihre Familien tragen und als Multiplikatoren fungieren, um so ihre Verwandten oder zumindest sich selbst vor Krankheiten zu schützen.

Aufbruchsstimmung

Snehalaya Tag

Der alljährliche Snehalaya Tag liegt jetzt schon wieder knapp eine halbe Woche zurück. Seit Wochen schon war von Nichts anderem mehr die Rede, als von dem großen Senahalaya Tag, der bald anstehen würde. Nicht nur jedes Heim, sondern auch wir 6 Freiwilligen studierten extra für diesen Tag eine Performance ein. So entstand eine kunterbunte Mischung aus Vorführungen, von Tanz und Schauspiel bis zu einer kleinen Akrobatikvorführung. Der ganze Tag stand unter dem Motto „Zweite Chance“. Dabei thematisierten die Kinder alltägliche Themen, wie das Leben auf der Straße. Sie stellten außerdem schauspielerisch die Bibelgeschichte von der Steinigung dar und brachten den Zuschauern die Geschichte Assams etwas näher, indem sie seine Tänze und Lieder präsentierten. Es wurde eine riesige Halle in der Stadt gemietet, damit auch jeder der rund 300 Gäste seinen Platz findet. Anders als bei den bisherigen Veranstaltungen waren es dieses Mal wirklich die Kinder, die im Mittelpunkt des Geschehens standen. Die aufwändigen Vorbereitungen hatten sich eindeutig gelohnt.

Schiff in Seenot

Unser Piratenschiff nimmt allmählich Form an, auch wenn es noch nicht jeder auf den ersten Blick erkennen mag. So wurden wir heute für unser schönes neues Gartenhäuschen gelobt. Die Ferien der Kinder haben sich eindeutig bewährt. Trotz den Vorbereitungen für den Snehalaya Tag blieb unser Piratenschiff nicht außer Acht. Dennoch: das Grundgerüst steht und seit heute ist der 1. Stock frei gegeben. Was anfangs noch sehr wacklig war, wird nun von Tag zu Tag immer stabiler, sodass es nur noch ein halb so großes Abenteuer ist sich im ersten Stock aufzuhalten. Nun wird es nicht mehr lange dauern bis die Segel gesetzt werden können.P1100829

P1100831

 

Picknick im Freien

Bevor etwa die Hälfte der Kinder durch eine Umstrukturierung Snehalayas unser Heim verlassen muss, lud unsere Köchin Beronica die ganze Mannschaft zu sich nach Hause ein. Aufgrund nicht strapazierbarer Blasen und einer hohen Anfälligkeit der Seekrankheit kamen wir nach einigen Stunden der Verzögerung im nur 250 km entfernten Heimatdorf an. Ein Dorf was hauptsächlich vom Teeanbau lebt, von einem Wechselbild aus Reisfeldern und Kokos-/Bananenhainen umgeben ist und nun sogar schon seit einem Monat ein eigenes Polizeirevier besitzt. Das Leben auf dem Land stellte für die Kinder eine fabelhafte Abwechslung zum grauen Leben in der Stadt dar. Nicht nur das Lagerfeuer, auch das Schlafen im Stroh und das Ernten der Früchte war eine große Freude. Wir wurden sehr herzlich willkommen geheißen von den rund 100 Verwandten, sodass die Vorstellungsrunde kein Ende zu nehmen schien. Das ganze Dorf war in unseren Aufenthalt involviert. Nicht nur für sie war es eine Ehre uns aufzunehmen, auch wir fühlten uns durch die große Gastfreundlichkeit sehr geehrt. Es war eine tolle Erfahrung einen so direkten Einblick in ein assamesisches Dorf zu bekommen, das dörfliche Leben so hautnah mitzuerleben. So gab es Feuerstellen im Garten über denen gekocht wurde, Lehmhütten, Plumsklos, und eine Pumpe statt warmem, fließendem Wasser. Bei der Frage, welches Leben das Bessere sei, das Leben in der Stadt oder das auf dem Land, waren sich alle Kinder einig: das auf dem Land.

 

P1100774P1100779  P1100820

 

Neue Tischtennisausrüstung ist auf dem Weg nach Indien

Die SchlägersammlungSchon bei meinem ersten Aufenthalt in Paltan Bazar (Guwahati) im September hatte es mir unheimlich Spaß gemacht mit den Kindern Tischtennis zu spielen. In Paltan Bazar, wie auch im Dhirenpara, wo Benedikt und ich ab Januar sein werden, gibt es eine Tischtennisplatte. Die Platte und das Netz sind auch halbwegs zu gebrauchen.

Doch vor Allem die Kinder sind vom Tischtennis begeistert und spielen sehr trickreich. Ihr ist für mich beeindruckend gewesen, was für ein Talent die Kinder schon entwickelt haben.

Um ihr riesiges Talent zu fördern, hatte ich mir schon damals vorgenommen, wenn ich dann im Januar für 4 Monate wieder nach Indien gehe, mit den Kindern intensiv Tischtennistraining zu machen. Eine Platte und ein Netz existieren dafür, wie gesagt, auch schon, doch die Schläger, mit denen die Kinder dort spielen waren, ehrlich gesagt, katastrophal. So würde es mir nicht möglich sein das Potential der Kinder durch Training anständig zu fördern.

Nach meiner Wiederankunft in Deutschland habe ich deshalb kurzer Hand entschieden, in meinem Tischtennisverein eine Fundraising-Aktion zu diesem Zwecke durchzuführen. Mein Ziel dabei war es, möglichst viele Leute im Verein dazu zu bewegen alte Schläger und andere Tischtennisausrüstung wie Beläge, Hölzer, Bälle, Netze oder Trikots zu spenden.

Nach ein paar Wochen, in den ich viel Werbung über Plakate und Emails gemacht hatte, und viele Leute im Training angesprochen hatte, war ich zunächst etwas enttäuscht über die Resonanz im Verein.  Das änderte sich schlagartig, wie als hätte ein Schalter nur umgelegt werden müssen.

Auf einmal mal kamen die Leute in Scharen und brachten mir ihre alte Tischtennisausrüstung. Mir ist es außerdem gelungen zwei Tischtennisfachgeschäfte Matchball aus Darmstadt  und Sport Schreiner Tischtennis aus Völklingen  für meine Aktion zu begeistern. So habe ich auch hier beachtlichen Sachspenden und große Unterstützung bekommen.

Gegen Ende konnte ich mich vor Schlägerspenden kaum retten, sodass meine Fundraising-Aktion doch noch ein voller Erfolg wurde. Viele Leute aus meinem Verein lernte ich so auf eine ganz andere Art kennen. Einige Kollegen haben auch in anderen Vereinen und Trainingsgruppen für mich gesammelt. Die Unterstützung und die Faszination für meine Idee haben mich sehr gefreut und auch ein bisschen bewegt. Ein Beispiel möchte ich geben. Ein Kollege aus dem Verein habe während eines Punktspiels von meiner Aktion erzählt. Er fand das toll, was ich mache und meinte er hätte ein „ganzes Arsenal an Schlägern“, das er nicht mehr brauche. Im nächsten Training bräuchte er mir dann zwei große Taschen mit 13 Schlägern und dutzenden Belägen mit. Ich war natürlich begeistert… damit hatte nicht gerechnet. Meine Sammlung wuchs und wuchs also sehr schnell…

Letztendlich kann sich die Bilanz, finde ich, durchaus sehen lassen. Ich konnte 61 Schläger, 3 Netze, 220 Bälle, einige Trikots und vieles, vieles mehr zu sammeln. Wer sich etwas mit Tischtennis auskennt, weiß, dass es sich dabei um ein kleines Vermögen handelt. Zwischen den Jahren habe ich dann zwei große Umzugskarton mit Tischtennisausrüstung nach Indien geschickt, die hoffentlich auch dann schon da sind, wenn ich Anfang Januar ankomme.

Mit der neuen Ausrüstung wird den Kindern das Tischtennis-Spielen sicherlich deutlich mehr Spaß machen und ihre Technik kann sich durch die besseren Schläger bestimmt gut weiterentwickeln.

Eine lustige Sache ist mir dabei noch passiert. Es ist verboten Tischtennisbälle mit Flugzeug zu verschicken, da diese angeblich leicht entzündlich sind. Dann werde ich die Bälle wohl im Handgepäck mitnehmen, auch kein Problem.

Am Ende möchte ich mich, auch im Namen der Kinder aus Indien, bei allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich bedanken. Ich wusste, dass ich auf die Unterstützung der vielen netten Leute aus der Tischtennisabteilung des SV Darmstadt 98 setzen kann!

Vielen Dank auch an die Tischtennisabteilung des TSV Nieder-Ramstadt und von Viktoria Dieburg.

Ein besonderer Dank geht natürlich auch an das Team vom Matchball Darmstadt und an das Team vom Sport Schreiner Tischtennisartikel aus Völklingen. Ohne Euch hätte ich die Kinder nicht in diesem Maße unterstützen können …

Nun hoffe ich, dass die Kinder von den neuen Schlägern profitieren werden und ihren Spaß daran haben …