Khatm

05 BowlingGut dreieinhalb Monate im Dhirenpara gegen langsam aber sicher zu Ende [Khatm; Hindi: fertig]. Unsere Bilanz fällt absolut positiv aus:

Die Kinder sind uns mit ihrer offenen und direkten Art sehr schnell ans Herz gewachsen. Vom ersten Tag an hat uns das Fußball- und tischtennisspielen mit den Jungs sehr viel Spaß gemacht. Auf dem Feld und an der Platte konnten wir uns sportlich messen und so richtig verausgaben. Im Laufe der Zeit konnte man auch einen guten Trainingseffekt erkennen. Die Jungs haben von der neuen Ausrüstung und dem regelmäßigen Training stark profitiert. Beim Sport haben wir auch die Namen sehr schnell gelernt und hatten so keinerlei Probleme bei der Integration.

Über die Zeit waren von Sportprojekten, über das Bauen neuer Fußballtore bis hin zu Künstlerischem viel verschieden und abwechslungsreiche Aktionen dabei. Zwar gab es dabei ab und an Herausforderung zu meistern, doch im Großen und Ganzen hat alles gut geklappt.

Mit den Jungs haben wir uns sehr gut verstanden und sie sind uns alle sehr ans Herz gewachsen. Es freut uns zu sehen, dass viele Fortschritte gemacht haben beim Englisch sprechen, im Sport oder auch in Sachen Disziplin und “Sozialverhalten”. Ich denke das ist das Wichtigste, dass sich die Jungs weiterentwickelt haben.

Zum Abschluss unserer Zeit hier im Dhirenpara haben wir dieses Wochenende für die Jungs gekocht. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce. Beim Tomatenschneiden und Nudeln kochen wurden wir von den Jungs gut unterstützt. Das Nudelnessen an sich war ein mittleres Spektakel und die Töpfe ratzfatz leer geputzt. So war es für alle ein leckeres Abendessen.

Gestern haben wir dann noch eine Spiele-Olympiade veranstaltet. Die Jungs wurden in sechs Gruppen eingeteilt und sollten an fünf Stationen Aufgaben erfüllen. Die Stationen waren Tauziehen, Bowling, Eierlauf, Basketball und “Kuli-Versenken”. Nach anfänglichen Problemen war es eine lustige Sache bei der alle Kinder ihren Spaß hatten. Anschließend haben wir noch Süßigkeiten und Erinnerungsfotos verteilt und noch in der großen Gruppe ein Spiel gemacht. Dafür haben sich alle einen Luftballon ums Fußgelenk geknotet und versucht die der anderen zu zertreten. Das war noch mal eine Gaudi.

Wir hoffen die nächste Generation Freiwilliger hat eine genauso schöne und unvergessliche Zeit in Guwahati und führt den Volunteers-Blog weiter…

Karate-Training

Partnerübung IIIn den vergangenen gut drei Monaten habe ich im Dhirenpara immer wieder, oft mehrmals wöchentlich, Karate-Training gehalten. Einige Male auch im Ila.

Der erste Teil des Trainings bestand meist aus lockerem Aufwärmen und Technik-Training. Ohne ein Grundwissen geht es selbstverständlich nicht. Die neuen, teilweise ungewohnten Bewegungen kennen zu lernen ist ja auch spannend.

Um diese aber festigen zu können und es erst richtig interessant zu machen, ging es schnell über zum Training mit einem Partner. Hier können nun die erlernten Techniken in kampfähnlicher Situation erprobt und verbessert werden. So manch einem wurde erst in dieser Situation klar, wozu die Bewegung gut sein sollte. Die Erklärung mit Worten funktioniert nämlich nicht so gut. Zu schlecht sind die Englischkenntnisse, vor allem der jüngeren. Viel effektiver ist es da, haptische Anleitung zu geben, den Arm mitzuführen und die Kinder am Partner praktische Erfahrungen sammeln zu lassen, wie etwas am besten (oder überhaupt) funktioniert.

Wer Karate hört, der denkt vermutlich als erstes an kämpfen. Genauso ist das bei den Kindern natürlich auch. Die Partnerübung ist zwar an einem Kampf schon nahe dran, aber eben nur nahe. Die Anschaffung von Faustschützern hat in diesem Punkt Abhilfe geschaffen. An Kampfgeist fehlt es den Kindern ganz und gar nicht. Mit hoher Motivation stürzten sie sich in den Kampf. Oft mussten sie zurückgehalten werden, damit noch ein fairer Kampf um Punkte gewährleistet werden konnte, oft fiel die Anwendung der gelernten Techniken und Kombinationen im Eifer schwer. Außerdem mussten neben der Technik auch etwas Disziplin und ein paar Grundregeln gelernt werden. Zum Beispiel, dass ein Kampf nur nach beidseitigem Einverständnis stattfinden kann. Außerdem, was vermutlich am schwierigsten war, dass nach einem erzielten Punkt der Kampf unterbrochen und von neuem begonnen wird. Das Training soll schließlich mit dem Partner stattfinden und nicht gegen ihn, und im Kampf sollen Punkte errungen werden und dem Gegner nicht der größtmögliche Schmerz zugefügt werden.

Neben all den Lerneffekten bleibt natürlich das Wichtigste: Das Kämpfen macht den Jungs Spaß. Hier konnte ein Kampf unter geregelten, fairen Bedingungen stattfinden und vor allem ohne das jemand verletzt wird oder am Ende weint. Hauptsache alle haben Freude.

Wandmalerei

WandmalereiNachdem wir uns viel mit sportlichen Aktivitäten auseinandergesetzt haben, lag der Fokus diese Woche auf der Verschönerung des Heims. Die Mauern, die den Hof eingrenzen, wurden neu gestaltet.

Bevor wir allerdings anfangen konnten, musste die Wand erst einmal von anhaftendem Staub, Dreck und Moos befreit werden. Eine Aufgabe, die die Kinder mit feuereifer angingen. Der Schmutz rieselte förmlich nur so von der Wand.
Mit frisch angerührter weißer Farbe ging es nun den fast trostlosen kahlen Ziegelsteinwänden an den Kragen. Mit Schuhbürsten ähnelnden “Pinseln” trugen die Kinder die Farbe auf die Wände auf. Schnell verschwand das Rot der Ziegelsteine unter einer weißen Schicht. Dennoch dauerte es zwei Nachmittage bis die gesamte Farbe verbraucht und die gesamte Fläche der beiden Wände weiß war.

Weiße Wände waren schonmal besser als vorher, aber um einladen zu wirken musste noch etwas Farbe ins Spiel gebracht werden.
Und so entstand am dritten Tag der Schriftzug “Snehalaya” in bunten Buchstaben auf einer der beiden Wände.
Für die zweite Wand war eine individuellere Gestaltung vorgesehen: Die übrige bunte Farbe durften die Kinder dazu nutzen Handabdrücke auf der Wand zu hinterlassen. Und der Wand dadurch sozusagen ihren persönlichen Stempel aufdrücken.
Die bunte Farbe direkt mit den Händen direkt auf die Wand aufzutragen hat den Kindern am allermeisten Spaß bereitet. Wer will es ihnen verdenken? Wann darf man schonmal seine Hände in einem Eimer Farbe völlig versenken? Natürlich haben auch wir uns das nicht entgehen lassen.

Auch das Klettergerüst und die Mini-Tore blieben von der Verschönerungsoffensive nicht verschont. Beides wurde mit roter und gelber Farben neu angestrichen.
Damit erstrahlt der Innenhof des Dhirenpara nun in neuem Glanz.

Ostern in Guwahati

09 Alle Eier gefunden!Auch hier in Guwahati wurde Ostern gefeiert…

Angefangen mit einem Gründonnerstags-Gottesdienst mit Fußwaschung, über einen ausgiebigen Karfreitagsgottesdienst mit Kreuzweg bis hin zu einem Gottesdienst am Ostersonntag, in dem es auch Taufen und eine Hochzeit gab. Das war das offizielle Rahmenprogramm über die Ostertage.

Um das ein wenig aufzulockern und auch den Kindern mal eine deutsche Tradition näher zu bringen, haben Benedikt und ich am Samstag mit den Kinder Ostereier bemalt. Alle Jungs, die Lust hatten, durften ihrer Kreativität und ihrem Talent freien Lauf lassen und die Eier mit Wachsmalstiften zu wahren Kunstwerken werden lassen. Ein beliebtes Motiv war die indische Flagge, Gesichter oder auch Szenen aus dem “Dorfleben”, wie Häuser, Felder oder Bäume. Es hat allen Spaß gemacht mal ein wenig Abwechslung in die Ostertage zu bekommen. Manche Eier waren so schön bemalt, dass es fast schon schade war, sie zu essen.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag haben wir dann die Eier und nach ein paar andere kleinere Überraschung auf dem Gelände versteckt. Für jedes der 80 Eier ein Versteck zu finden ist auch gar nicht so einfach. Doch hat alles geklappt und am nächsten Morgen um kurz vor 6 durften die Jungs die Eier suchen. Es war ein einmaliger und kurzer Spaß, denn die meisten Eier waren im Nu gefunden. Manche, zum Beispiel das Ei in der Bambusstange, mussten zerkleinert werden, um es raus zu holen. Dafür durfte es direkt gegessen werden.

Die restlichen Eier gab es dann zum “Osterfrühstück” nach dem Gottesdienst. Mit Melone, Hefebrötchen, Milch und vielem mehr wurden die Jungs und wir richtig verwöhnt.

Zum Abschluss des Ostersonntages sind alle zusammen noch auf dem Sportplatz der Don Bosco School Fußball spielen gegangen.

Holi

Gruppenbild HoliDie letzten beiden Tage waren zwei besondere Tage für uns. Hier in Indien wurde Holi gefeiert.

Bei diesem hinduistischen Fest wird entweder der Sieg über einen bösen Gott oder der Frühlingsanfang gefeiert (je nach Interpretation vielleicht auch beides gleichzeitig).
Was gefeiert wird scheint auch nicht für alle Leute immer das Wichtigste zu sein. Wichtig ist, dass Holi das Fest der Farben ist. Die Menschen schmieren sich gegenseitig Farbpulver in allen Farben des Regenbogens ins Gesicht. Ein wirklich lustiger Brauch.

Selbstverständlich bleiben auch die Bewohner des Snehalaya Dhirenpara nicht unberührt von diesem zweitägigen Fest. Am Nachmittag des ersten Tags sind wir mit einigen Jungs auf die Straße gegangen und sind prompt von anderen Leuten angeschmiert worden. Wir haben Farbe bei einem der Straßenständen gekauft und sehr bald entbrannte eine Art Schneeballschlacht mit Farbe. Weniger mit werfen, mehr mit einseifen. Alle haben sich köstlich amüsiert und waren am Ende sehr bunt.
Anschließend wurde im Innenhof noch getanzt und nacheinander bekam jeder einen Eimer Wasser ab. Das gründliche Waschen am Ende wurde dadurch aber niemandem erspart.

Am zweiten Tag hat Father Augustine nocheinmal Farbe gekauft. Die wilde Farbschlacht fand diesmal direkt im Innenhof statt. Und auch direkt mit viel Wasser, größtenteils mit eingefärbtem. Am Ende standen im Innehof viele Pfützen aus buntem Wasser.

Ein wirklich großartiges Fest und Brauch. Vor allem die Kinder haben eine Menge Spaß daran.

Fussball ohne Ende

11 Spielszene IEin weiteres Projekt, das Benedikt und ich uns eigentlich schon ganz am Anfang vorgenommen haben, konnten wir jetzt endlich durchführen – die Mini-Tore fürs Fußballtraining. Wir sind dafür eines Morgens mit einer Skizze in ein Geschäft in der Nähe vom Dhirenpara gegangen und haben die 0,9×1,2m großen Tore aus Metall in Auftrag gegeben. Eigentlich hätte ich erwartet, dass es mindestens eine Woche dauern würde, bis die Tore fertig sind. Doch nachdem wir mittags nochmal einen Konstruktionsfehler bemängelt hatten (sieht lustig aus auf dem ersten Bild) waren die Tore, zu meiner Verwunderung, doch tatsächlich abends schon fertig.

Am nächsten Tag war die Freude groß darüber und von da an waren die Tore auch regelmäßig beim Fußball spielen in Benutzung. Da wir inzwischen auch Hütchen und mitlerweile auch Leibchen fürs Fußballtraining gekauft haben, können wir jetzt mit den neuen Toren professionelles Fußballtraining machen. Wir machen jetzt fast jeden zweiten Tag Fußballtraining mit verschiedenen Schwerpunkten.

In der ersten Trainingseinheit mit den neuen Toren haben vor allem Zweikämpfe, Passgenauigkeit, Ballannahme und Torabschluss  trainiert, also eigentlich alles was man so können muss, wenn man mal beim FC Barcelona spielen möchte (Bild). Die Jungs waren sehr engagiert und begeistert bei der Sache. Es machen auch ab und an Kinder mit, die sonst eigentlich bisher kein Interesse an Fußball gezeigt haben. Das macht uns glücklich und ist ein großer Fortschritt für die Jungs hier!

Am vergangenen Wochenende haben wir dann auch Fußballturnier veranstaltet, wo sich die Jungs mal unter Wettkampfbedingungen duellieren konnten. Bisher hatten wir nur Trainingsspiele gemacht.

Benedikt war Koordinator und Fotograf, ich war Schiedsrichter und Preisverleiher.

Am Turnier haben gut die Hälfte der Kinder teilgenommen. Wir haben sie vorab in 3er-Teams eingeteilt, um halbwegs faire Teams zu haben. In der Gruppenphase wurden 2 Halbzeiten à 3 Minuten gespielt. Auch die Leibchen kamen jetzt endlich mal so richtig zum Einsatz. In den Spielen ging es hoch her. Der Ehrgeiz und Siegeswillen war bei allen groß, sodass die Spiele sehr eng und unterhaltsam waren. Ab und zu ist der Ball mal über den Zaun geflogen oder es liefen Leute durch Spielfeld. Aber im Großen und Ganzen lief es doch sehr gut ab.

Ab dem Halbfinale haben wir dann die Spieldauer auf 10 Minuten verlängert. Die Halbfinals waren sehr eindeutig vom Ergebnis her. Das Spiel um Platz 3 hingegen so ausgeglichen, dass es im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Die Elfmeter werden hier so ausgeführt, dass man von der Mittellinie ins leere Mini-Tor treffen muss. Nur einer von sechs Schützen, ich glaube  Kishan war es, hat getroffen und damit Team 5 den 3. Platz beschert.

In einem spannenden Finale mit wenigen Torchancen hat Team 3 (Bimal, Sankar und Sumon) gegen Team 4 (Bijoy, Rahul, Milan) mit 1:0 gewonnen, obwohl sie in der Gruppenphase noch gegen Team 4 verloren hatten. Es war trotzdem ein verdienter Finalsieg.

Für das Gewinner Team gab es Fußballtrikots als Preis. Sie haben sich sehr gefreut! Team 4 und Team 5 haben Süßigkeiten geschenkt bekommen und sind glaub ich mitlerweile nicht mehr traurig über ihre Niederlagen.

TT-Turnier

07 Siegerehrung HochhaltenNach fast 10 Wochen mehr oder weniger regelmäßigem Tischtennis-Training habe ich gestern ein Tischtennisturnier hier im Dhirenpara veranstaltet. Mehr als die Hälfte der Kinder, also 25, haben mit gemacht. Mit so einer hohen Beteiligung hätte ich nicht gerechnet. Kurz um, es gab zwei Disziplinien, in denen die Kinder gegeneinander antreten konnten:

Einzelwettbewerb und Zähltisch:

Ich habe die Jungs in 4 etwa gleichstarke Gruppen eingeteilt. Jeder hat gegen jeden gespielt. Und am Ende kamen dann die beiden besten jeder Gruppe ins Viertelfinale. Auch wenn im Prinzip schon vorher klar war, dass die Größeren weiterkommen würden, finde ich es beeindruckend, dass sich auch so viele Jüngere überhaupt getraut haben mitzumachen und ihr bestes zu geben. Schon in der Gruppenphase sind eine schöne Ballwechsel dabei gewesen. Diejenigen, die gerade nicht gespielt haben, haben fleißig angefeuert und für gute Stimmung gesorgt.

Ich habe die Punkte mit einem, aus Ringordner und Zeichenpapier selbstgebauten Zähltisch, gezählt. Die kleinen Jungs, die schon recht früh ausgeschieden sind, haben mir dabei geholfen.

Jedenfalls ist das Spielniveau im Viertel- und Halbfinale noch mal deutlich angestiegen. Es waren schon anspruchsvolle Aufschläge und einige gute Topspins dabei. Der Trainingseffekt war unverkennbar. Es waren wirklich gute Duelle und der Spaß stand im Vordergrund. Das ist das Wichtigste.

In einem spannenden Finale hat sich schließlich Bijoy (FC Barcelona – Trikot auf den Bildern) knapp gegen Joseph durchgesetzt. Joseph hat das Trikot vom SV Darmstadt 98 gewonnen. Die Lilien sind jetzt also auch in Guwahati vertreten :D

Auch im Spiel um Platz 3 ging es noch hoch her. Dritter bzw. vierter Platz gingen letztlich an Kishan und Amar.

Hochhalten:

Um auch den anderen Jungs noch die Chance zu geben eine Schlägertasche, ein Trikot oder einen Mini-Schläger zu gewinnen, habe ich noch eine zweite Disziplin, Ball hochhalten, ausgetragen. Um den Schwierigkeitsgrad und den Spaß zu erhöhen, musste jeder mit seiner linken Hand hochhalten. Einige waren da wirklich äußerst begabt und haben eine gefühlte Ewigkeit hochgehalten.

Der Sieg ging hochverdient an Raju mit 744 Berührungen. Da er die letzten 2 Monate, wegen seinem gebrochenen rechten Arm, sowieso nur mit links gespielt hat, war das für ihn fast ein Selbstläufer. Die übrigen fünf Plätze belegten Bijoy, Michael, Amar, Samraj und Deepok (Bilder). 178 Berührungen für den 6. Platz sind auch wirklich respektabel.

Herzlichen Glückwunsch an alle und nochmals vielen Dank an alle, die die Preise gespendet haben!

Das Turnier ist absolut sportlich fair und spannend gewesen. Ich bin sehr zufrieden und glücklich, auch die restlichen  Tischtennissachen an den Mann gebracht zu haben. Die Jungs hatten Spaß beim Turnier und haben sich sehr über die Preise gefreut…

 







 

Malwettbewerb

MalwettbewerbIm Januar wurden wir von Herr Bayer in Guwahati besucht. Er ist Journalist und gestaltet das Primax Kindermagazin. Im April wird dort ein Artikel über die Straßenkinder in Guwahati, die Snehalaya-Heime und uns Volunteers erscheinen. Anlässlich dieses Artikel wird auch ein Malwettbewerb stattfinden. Kinder aus Deutschland, die das Primax-Magazin lesen, sollen dazu Bilder an die Redaktion schicken.

Passend dazu haben wir hier gemeinsam mit Sandra Hörbelt und Sybille Bach ebenfalls einen Malwettbewerb durchgeführt. Dieser fand in den Heimen Dhirenpara, Beltola, Ila und Auxilium statt. Die Bilder werden von Sandra mit nach Deutschland genommen und dort mit den Einsendungen der deutschen Kinder verglichen. Daraus wird dann Siegerbilder gekührt.

Das Motto der Bilder war: Dein schönstes Erlebnis.
Gemalt wurde mit eigens von Felix und mir dafür gekauften Utensilien. Neben den Bunt- und Wachsmalstiften, waren vor allem Wassermalfarben und Ölpastel-Farben die wichtigsten Werkzeuge. Zusätzlich gab es im Dhirenpara noch Scheren und Klebstifte in Kombination mit bunten Magazinen. So hielten Collagen-Elemente Einzug in die Bilder.
Vor allem an den Wasserfarben hatten die Kinder sehr viel Spaß. Eine bunte Angelegenheit also. Sehr überraschend war, mit wie viel Konzentration und Hingabe die Kinder sich ans Zeichnen und Malen machten – in allen Heimen, unabhängig vom Alter der Kinder. Auch die behinderten Kinder beteiligten sich und haben schöne, bunte Bilder gemalt.
Auf Grund ihres großen Maleifers und der bunten Farben verloren manche Kinder ein wenig das Motto aus den Augen oder interpretierten es sehr persönlich. Am Ende sammelten wir jedoch jede Menge bunter und sehr kreativer Bilder ein. Viel Spaß hat es auch gemacht. Ein voller Erfolg also.

Pakete da!

01 Pakete öffnen DhirenparaDie Hoffnung stirbt zuletzt …

Dieses Sprichwort hat sich wieder einmal bewahrheitet.

Nach 7 Wochen des Hoffen und Bangens sind die Pakete mit der Tischtennis-Ausrüstung doch noch in Guwahati angekommen. Eigentlich hätte der Versand 2 Wochen dauern sollen, doch die Pakete hingen in Bombay und später in Kalkutta beim Zoll fest. Ein Paket wurde problemlos nach Paltan Bazar geliefert. Das andere muss ich mit einem Rupesh bei der Postzentrale abholen. Es war aber eine lustige Aktion auf dem Motorrad mit dem Paket unterm Arm durch die vollen Gassen Guwahatis zu heizen. Letztendlich ist alles gut gegangen – nur 3 Schläger haben diese Odysee leider nicht überlebt…

Im Dhirenpara:

Im Dhirenpara wusste noch niemand etwas von den Paketen, vor allem die Kinder haben keinen blassen Schimmer als ich plötzlich mit den Paketen über den Hof spaziere.Am nächsten Tag scharen sich die Kinder um die Tisch, auf dem die Pakete stehen. Unter ohrenbetäubenden Gegröhle und Gesang öffnet Bijoy die Pakete und die Kindern freuen sich sehr. Sich schlagen sich fast um die Schläger. Ich habe Mühe etwas Ordnung in die nachfolgende Schlägerverteilung zu bekommen. Jedes Kind bekommt hier im Dhirenpara einen eigenen, persönlichen Schläger. Die Kinder sind sehr glücklich darüber und auch stolz einen eigenen Schläger zu besitzen. Als Anreiz dafür, dass die Kinder die Schläger gut pflegen und vor allem nicht verkaufen, habe ich einen Preis für denjenigen ausgelobt, der am besten auf seinen Schläger aufpasst. Auch das Schläger putzen habe ich den Kindern erklärt. Sie haben recht interessiert zugehört. Ich habe den Kindern dann noch etwas über meinen Verein erzählt und wie ich dort die Schläger esammelt  habe. Danach haben wir noch stundenlang mit den neuen Schläger gespielt, das Training macht nun auch viel mehr Spaß – das Netzist ja auch neu. Die übrigen gespendeten Sachen, wie Schlägertaschen oder T-Shirts werde ich übrigens in Tischtennisturnieren erspielen lassen. Die Kinder freuen sich schon darauf. Alles in allem war es ein sehr schöner Tag für die Kinder und auch für mich und die TT-Abteilung des SV Darmstadt 98.

Im Paltan Bazar:

Im zweiten Heim – Paltan Bazar – wo ich auch schon immer montags und freitags Tischtennisunterricht mache, habe ich dann die übrigens 20 Schläger und ein Netz verteilt. Die Jungs hier haben sich auch riesig über diese Überraschung gefreut. Das Training hat durch die neuen Schläger nochmals deutlich an Niveau gewonnen. Hier werde ich die Schläger allerdings nur während den Trainingszeiten zur Verfügung stellen, die Schläger sonst vermutlich sehr schnell kaputt gehen würden. Das wäre schade.

Die Jungs hier finden die neuen Schläger echt cool und haben erzählen mir oft, wie viel Spaß das Spielen jetzt macht. So soll es schließlich sein…

 

 

Der Alltag

In der Vergangenheit wurde in diesem Blog viel über “besondere”, nicht alltägliche Ereignisse geschrieben.

Nun wird es Zeit, dass wir hier auch ein wenig von unserem Alltag berichten. Wie nachfolgend beschrieben, sollte ein normaler Tag von uns im Dhirenpara ablaufen:

7:00 Aufstehen

7:20 Morgengebet

7:45 Frühstück

8:15 Die Kinder gehen zur Schule – Nun haben wir Zeit um Wäsche zu waschen, zu putzen, Einkäufe zu erledigen, die Projekte zu besprechen und ggf. neue zu planen. Dazu kommt Tagebuch, Blogposts und Berichte schreiben und was sonst noch anfällt. Darüber hinaus geben wir montags und freitags in Paltan Bazar Tischtennis-Training. Dort machen wir dann oft auch von der Möglichkeit Gebrauch, das dort vorhandene Internet zu nutzen.

13:00 Mittagessen

14:00 Die Kinder kommen aus der Schule zurück – Nach einem kurzen Mittagessen für die Kinder, geht’s dann auch direkt ans gemeinsame Spielen. Cricket, sowie Brett- und Kartenspiele stehen dabei besonders hoch im Kurs. Besonders beim Cricket können wir noch so einiges von den Kindern lernen.

16:00 Sportprogramm – Nachdem die größte Mittagshitze zu verschwinden beginnt, bieten wir Sporttraining an. Dazu gehören (je nach Tag) Tischtennis, Karate und Ballsportarten, vor allem Fußball.

17:30 Studytime – Die Kinder begeben sich, nach Klassenstufe in 3 Gruppen aufgeteilt, in die drei Studyhalls. Dort werden gemeinsam Hausaufgaben erledig und gelernt. Wir können dabei vor allem in den Bereichen Mathematik und englische Aussprache auch recht gut helfen, auch wenn das Hauptproblem für den Englischunterricht vor allem bei Vokabeln und Textverständnis liegt.

19:20 Abendgebet

19:45 Abendessen

21:00/21:30 Bettruhe – Im Anschluss an das gemeinsame Fernsehen nach dem Abendessen, gehen die Kinder dann schlafen. Die Jüngeren etwas früher, die älteren dürfen eine halbe Stunde länger auf bleiben. Auch wir sind dann meistens so müde, dass wir auch zügig ins Bett gehen.

Das Wochenende unterscheidet sich eigentlich nur durch 3 Dinge: Samstags kommen die Kinder früher aus der Schule zurück und die Studytime fällt weg. Sonntags findet keine Schule statt. Dafür wird, entweder morgens oder abends, ein Gottesdienst abgehalten.

Dieser Tagesablauf mag sich vielleicht furchtbar strukturiert und durchgeplant anhören. Da es aber nur wenige Tag gibt, die 1:1 wie beschrieben ablaufen, bleibt uns immer ein großes Stück Spontanität und Abwechslung erhalten.