Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Weihnachtsbastelei

Auch hier bei uns macht sich langsam Weihnachtsstimmung breit, zwar werden nicht in jedem Laden Lebkuchen und Weihnachtsmänner verkauft, aber die Orangensaison hat begonnen. Passend dazu haben wir einen Nachmittag lang gemeinsam mit den Jungen aus Ila Snehalaya Weihnachtsschmuck gebastelt. Aus einem assamesischen Buch und ein paar Perlen wurden kleine Engel und das aus Deutschland importierte Glitzer fand auf den selbst (ab-)gemalten Weihnachtsmotiven mehr als genug Platz. So verwandelten sich weiße Papiere in Windeseile in Christbaumschmuck, aber auch der Studyroom sah nach der Bastelrunde eher wie die Geschenkefabrik des Weihnachtsmannes aus.  Die bunten Schneemänner, Weihnachtssterne und Rentiere sind ebenso wie die Engelchen auf dem Weg nach Deutschland, um den Weihnachtsbaum der DZ Bank zu schmücken. Allerdings waren nicht nur die Kinder fleißig, sondern auch wir zwei Freiwillige haben uns mit dem Christkind getroffen und so darf seit dem ersten Dezember jeden Tag ein anderer Junge ein Päckchen des Adventskalenders öffnen.

Letzte Pinselstriche

Bevor wir uns eine einwöchige Auszeit von Guwahati gegönnt haben, wurden hier noch ein letztes Mal die Pinsel geschwungen. Das Garagentor erhielt seinen endgültigen Anstrich und auch die Basketballpfosten und Fußballtore laden nun durch die bunten Farben zum Spielen ein. Dank der Karmariders, die letzte Woche bei einem Besuch des Heimes viele Bälle in verschiedenen Farben und Größen mitgebracht haben, konnte das Basketballtraining auch direkt beginnen. An dem Teamgeist muss noch hart gearbeitet werden, im Moment gleicht dieser Mannschaftssport noch eher einem Einzelwettstreit.

Zu Besuch bei den Elefanten und Nagas

Am 27. November begann die mit Vorfreude erwartete Reise in den Kaziranga Nationalpark und anschließend in das Land der Nagas. Wir hatten leider nicht das Glück, einen der 106  Tiger zu sehen, aber dafür zeigten sich uns viele Nashörner und sogar der vom Aussterben bedrohte Hornbill (Nashornvogel). Gemeinsam mit den Karmariders besuchten wir rund um Golaghat ein paar Community Schools und ein besonderes Highlight war der Besuch einer Teefabrik. Zum Wochenende trafen wir uns dann mit den anderen beiden Freiwilligen, sowie Herrn Dr. Zinnecker und den beiden Damen von Accenture in Dimapur, um gemeinsam zum Hornbill Festival zu fahren. Es war sehr interessant, die traditionellen Tänze der Nagas und auch der anderen Stämme aus Nordostindien zu sehen und ihre Kriegsgesänge zu hören. Bei unseren Streifzügen über das Festivalgelände, tauchten wir immer wieder in die uralten Traditionen der Nagas ab, auch wenn das ein oder andere Ritual, wie zum Beispiel das Schweinefett-Wettessen für uns eher befremdlich war. Am Montag wurden noch ein paar Souvenirs und Geschenke für die Familie gekauft, bevor es dann mit dem Nachtzug zurück nach Guwahati ging, wo uns jetzt die besinnlichste Zeit des Jahres bevorsteht.

Ereignisreiche erste Woche

(Über-)Leben in Guwahati

Wir haben mittlerweile recht gut gelernt in Guwahati zu leben. Die Stadt an sich ist ein gigantisches Gewirr aus Menschen, Straßenhändlern, Marktständen Rikschas, Bussen, Autos und Tieren wie Kühen, Schweinen, Ziegen, Pferden und vereinzelt auch Elefanten. Und mitten drin befinden wir uns. Sich in Guwahati zu orientieren mag eine Kunst für sich sein. Einzelne Stellen und Kreuzungen kann man sich jedoch schon merken, was eine große Hilfe darstellt wenn man am richtigen Ort aus Bus, Tracker oder Autorikscha aussteigen möchte. Im Bus ist es immer kuschelig und im Gang muss man beim Stehen den Kopf einziehen, wenn man über 1,80m groß ist. Auch beim Tracker fahren sind 16 Leute in einem Jeep durchaus normal. Sich mit indischen Verkehrsmitteln fortzubewegen ist also immer amüsant! Auch zu Fuß haben wir schon ein paar schöne Ecken erkundet, wie zum Beispiel “Fancy Bazar”, eine Art Markt- und Shopping-Viertel. Hier kann man von Klamotten, Lebensmitteln über Schuhe und Stoffe alles kaufen, was man braucht. Es gibt sogar Leute, die einem gegen Geld die Ohren putzen. Bei Regen bekommt man mit Pech auch eine Gratis-Dusche von einem der Standdächer… Felicitas ist schon in diesen Genuss gekommen.

Besuch bei First Convocation of Assam Don Bosco University

Vor ein paar Tagen hatten wir zudem die Möglichkeit bei der feierlichen Entlassung des ersten Abschlussjahrgangs der Assam Don Bosco University dabei zu sein. Wir hörten einige Reden von Politikern und anderen Personen und haben die Absolventen getroffen. Anschließend gab es noch einen kleinen Imbiss.

Singing Competition in Paltan Bazar

Am vergangenen Mittwoch ist Martin (mit Silke von Accenture) zu uns gestoßen. An diesem Abend wurde in Paltan Bazar die neue Sound-Anlage mit einer Singing Competition angeweiht. Es traten einige Gruppen aus den verschiedenen aus den Snehalaya-Heimen gegen einander an. Es war ein sehr bunter Abend, an dem alle Kinder sichtlich ihren Spaß hatten.

Bootstour auf dem Brahmaputra

Am Sonntag folgte dann ein weiteres Highlight: Für alle Kinder, Betreuer und Freiwilligen stand ein “River Cruise” auf dem Brahmaputra auf dem Programm. An Deck wurde getanzt, gesungen und gespielt. Es gab Torte und Getränke. Leider fiel die Fahrt auf Grund von Hochwasser etwas kleiner aus…

Auch die Projekte in den Heimen starteten

Benedikt und ich haben gestern in Dhirenpara angefangen Fußball- und Karatetrainig zu geben. Es hat mir sehr viel Freude bereitet mit den Kindern Doppelpass und Dribbling zu trainieren. Die Kinder sind dabei richtig aufgeblüht. Die Sprachbarriere war “spielend” leicht überwunden. Beim Karatetraining mit Benedikt haben sich Kinder weiter verausgabt und wollten gar nicht aufhören. Mit lauten “Thank you, Thank you”-Rufen wurden wir in Dhirenpara verabschiedet. Wir können es kaum erwarten weiter mit den Kinder zu arbeiten…