Fröhliche Weihnacht überall

Am vergangenen Samstag fingen hier die Weihnachtsfeierlichkeiten an. Die gesamte Snehalaya-Familie versammelte sich im Dhirenpara, um gemeinsam das Fest der Liebe zu feiern. Zur Begrüßung, aber auch um die Kinder ruhig zu stellen, wurden zu Beginn Brötchen und Kekse verteilt, bevor das eigentliche Programm startete. Jedes der Heime präsentierte einen Tanz oder Lied. Sogar die Weihnachtsgeschichte wurde tänzerisch dargestellt. Zusätzlich gab es drei „special acts“, zum Einen waren das wir vier Freiwillige mit einem deutschen Weihnachtslied, zum Anderen hatte Sr. Felix einige Mitarbeiter und die Schwestern zusammengetrommelt und einen Chor auf die Beine gestellt. Auf dem Keyboard begleitet sangen auch sie ein paar englische und hindi Weihnachtslieder. Ein ganz anderes Programm hatte sich Matthieu Kinnel mit ein paar Jungen aus Dhirenpara ausgedacht. Sie zeigten in einer kleinen Vorstellung, was sie in den vergangenen zwei Wochen im Judo gelernt hatten. Das reichte von Flugrollen bis hin zu echten Kämpfen. Nach einem langen Vormittag kam dann endlich der ersehnte Höhepunkt und die Geschenke wurden verteilt. Wir hatten im Vorfeld für jedes Kind eine kleine Überraschung verpackt. Father Lukose nannte das „das Outsourcing des Weihnachtsmanns“, so konnten sich die Mädchen über Kosmetik und die Jungen über Bälle und Autos freuen. Im Anschluss durften sich alle am reichlichen und vielseitigen Festmahl bedienen, zum Nachtisch gab es Kuchen und Obst.
Dann kam der Tag, der von uns mit der größten Spannung erwartet wurde, der 24. Dezember. Nach dem Frühstück bekamen die Jungen unser Weihnachtsgeschenk, jeder durfte sein eigenes T-Shirt batiken. Sie konnten wählen zwischen roter und blauer extra umweltfreundlicher Farbe, die wir aus Deutschland importiert hatten. Das Gütesiegel „umweltfreundlich“ interessierte die Inder natürlich wenig. Wie bei jeder kreativen Aufgabe waren wieder einige mit mehr und andere mit weniger Herzblut dabei. Manche machten zwei Knoten in ihr weißes Shirt, warfen es auf einen Haufen und verschwanden wieder, während andere den ganzen Prozess von Anfang bis Ende mit verfolgt und sogar Aufgaben von anderen übernommen haben. Während die T-Shirts in der Farbe einweichten haben wir noch ein letztes Mal den Backofen angeworfen und eine Menge deutscher Plätzchen gebacken.
Zur Belohnung für die getane Arbeit setzten wir uns hinterher alle zusammen und schauten „Student of the year“, einen Bollywood Film. Bevor der dreistündige Film jedoch beendet war, bekamen die Jungen ihre Geschenke von den Schwestern, ein komplett neues Outfit für jeden. Das hieß 22 Namen in jeweils Socken, Hose, Shirt und Pulli schreiben. Danach wurde noch schnell zu Abend gegessen, bevor wir alle gemeinsam zur Kirche gefahren sind, um an der Abendmesse teilzunehmen. Leider war die Messe in Hindi, sodass wir nur wenig verstanden, aber das Tanzen und Singen mit der ganzen Gemeinde im Anschluss rundete den Abend sehr schön ab, hundemüde und ohne Heimweh fielen wir in unsere Betten.
Heute Morgen stand die nächste, vom Erzbischof gehaltene Messe an. Danach hieß es wieder gefühlte tausend Hände schütteln, viel essen und „merry christmas“. In diesem Sinne wünschen wir im Namen aller Freiwilligen Ihnen und euch fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.